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Ägypten
Nilkreuzfahrt und Badurlaub
28.10.1999 - 11.11.1999
Nachdem wir bei unserer ersten Ägyptenreise nur
einen reinen Badeurlaub gemacht haben, wollten wir nun auch von dem "alten
Ägypten" etwas sehen; von der hoch entwickelten, Jahrtausende alten Kultur.
Eine Kultur, die den ersten Kalender aufgrund der Sternbeobachtung hervorbrachte,
die das erste aus Stein errichtete Gebäude der Menschheit schuf (Steinpyramide),
die jenem ausgeprägten Totenkult huldigte und Monumentalbauten
hervorbrachte, von denen wir heute noch nicht wissen, wie sie entstanden sind.
Zu recht werden sie als eines der 7 Weltwunder bezeichnet. Auch heute steckt
Ägypten noch voller Wunder und Geheimnisse, die es nur zögernd freigibt.
Unermesslich waren die Schätze und der Reichtum der Pharaonen im alten Ägypten.
Aber im Laufe der Zeit haben sie viel von ihrer ursprünglichen Pracht verloren.
Und es sieht so aus, als würde in Zukunft leider immer mehr verloren gehen, denn
Ägypten ist es finanziell nicht möglich, alles zu erhalten. Diese Kultur wollten
wir etwas näher kennen lernen. Besser als mit einem Kreuzfahrtschiff
auf dem Nil ist es nicht möglich.
Wir haben die Reise über Neckermann gebucht, weil
wir dort das Preis-Leistungsverhältnis als sehr gut empfanden. Vorweg: Die
Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Die Organisation war hervorragend und
auch das Schiff hat uns sehr gut gefallen. Man muss natürlich auf so einem
Schiff einige Abstriche bezüglich des Platzangebotes machen. So sind die Zimmer
nicht ganz so groß wie Hotelzimmer oder Bungalows. Das
Platzangebot war jedoch ausreichend. Das Schiff war zwar schon etwas älter,
jedoch gemessen an dem Alter und der damit verbundenen Abnutzung in einem sehr ordentlichem
Zustand und vor allem sauber. Man wird auf dem Nil selten ein ganz neues Schiff
finden, da die Anzahl der Kreuzfahrtschiffe beschränkt ist. Wir hatten zudem
das Glück, einen hervorragenden ägyptischen Reiseführer zu haben, der uns die
gesamte Zeit auf dem Schiff und den Ausflügen begleitete und uns viel über Land
und Leute erzählte.
Die einzelnen Stationen unserer Nilreise wollen
wir nachstehend etwas genauer beschreiben.
1. Tag - Anreise
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Nach unserer Anreise (Flug von Frankfurt nach
Luxor) wurden wir in das schwimmenden Hotel, MS SINOHE, eingeschifft. |
2. Tag - Besuch des Luxor und
Karnak Tempel
Diese beiden Tempel konnten wir mit dem Bus von
unserer Anlegestelle in kurzer Zeit erreichen.
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Der Tempel von Luxor wurde fast vollständig von
AMENOPHIS III. erbaut, von THUTMOSIS III. erweitert und von RAMSES II.
vervollständigt. Eine Besonderheit der Anlage ist die zweite und größere
Säulenhalle, die hinter dem Tempelhof liegt. |
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Die Tempelanlage von Karnak ist die größte
Ägyptens und ca. 3 km nördlich von dem Luxor Tempel entfernt. Fast alle Könige
aus dem Mittleren Reich bis zu den Römern (ca. 2154 - 31 v. Chr.) haben an
dieser Anlage gebaut. Sie besteht aus vielen einzelnen Tempeln wie z.B. dem
großen Tempel des Amnun, dem Tempel des Gottes Chons und dem Tempel der Göttin
Mut. Die Anlage war mit einer 10 Meter hohen aus ungebrannten Lehmziegeln
errichteten Mauer umgeben. Ursprung dieser Tempelstadt ist der große Amun-Tempel.
Er ist der bedeutendste und war früher durch einen Kanal mit dem Nil verbunden.
Die Anlagestelle dieses Kanals war mit Wasserstandmarken versehen, welche die
Höhe der Nilfluten anzeigten. |
3. Tag - Besuch von Theben West: Tal der Könige -
Hatschepsut Tempel - Memnon Kolosse
Tal der Könige
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Zu Beginn des Neuen Reiches wurde
die Pyramide als Königsgrab endgültig aufgegeben. Seit THUTMOSIS I. (um 1500
v.Chr.) wurde das Königsgrab als Felsengrab im Tal der Könige angelegt.
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Für die
Wahl dieses abgelegenen Tales in der Wüste als neuen Begräbnisplatz gab es drei
Hauptgründe:
1. Religiös mag es die große
Bedeutung der Göttin Hathor gewesen sein, die im davor liegenden Talkessel von
Deir el Bahri als Totengöttin besondere Verehrung genoss.
2. Architektonisch war es
vielleicht die Pyramidenform der Bergspitze, die das Tal überragt.
3. Administrativ war es die
vermeintliche Sicherheit eines so abgelegenen, gut zu sperrenden und zu
überwachenden Tales.
Bis heute sind 64 Gräber bekannt,
von denen jedoch nur wenige besichtigt werden können. Das Grab des
TUT-Anch-Amun,
welches im Jahre 1922 von Howard Carter und Lord Carnavon entdeckt wurde, ist
wohl das berühmteste, weil es als einziges nicht ausgeraubt und unermesslich
wertvolle künstlerische und archäologische Schätze enthielt.
Der Tempel der Königin
HATSCHEPSUT
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Königin HATSCHEPSUT war die Tochter
des Königs und die Gemahlin des Königs THUTMOSIS II. Nach dem Tod führte sie die
Regentschaft für den noch minderjährigen Stiefsohn ihres Mannes. Sie regierte
insgesamt 20 Jahre lang. Als ihr Stiefsohn erwachsen wurde, begann er einen
erbitterten Krieg gegen die Königin zu führen, die dabei getötet wurde. Sein
Hass auf HATSCHEPSUT war so groß, dass er versuchte, alle Bauwerke zu zerstören,
um damit auch ihren Namen aus der Geschichte Ägyptens zu löschen. Der Architekt Senenmut hat diesen
herrlichen Tempel mit der Natur in harmonischem Einklang gebracht. Zwei Rampen
verbinden die drei eng in einen steinigen Berghang gebauten Terrassen. |
Die Kolosse des MEMNON
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Mitten im Fruchtland stehen zwei
Kolossalstatuen, die ursprünglich zu einem der größten Totentempel (der leider
nicht mehr zu sehen ist) des Neuen Reiches gehörten. Sie zeigen AMENOPHIS III.
Die zwei monolithen Statuen des Königs aus kristallinem Quarzit waren damals 21
m hoch. Heute sind es nur noch 18 m und flankieren den Eingang des Totentempels.
Beim Erdbeben im Jahre 17 v. Chr. entstand in einem Koloss ein gewaltiger
Riss. Von da an gab die sich erwärmende und sodann entweichende Luft jeden
Morgen singende Töne von sich, die die Griechen als Klagelaute des Königs MEMNON
deuteten. Seitdem wird sie auch "Tönende Memnon-Säule" genannt. Dieser mythische
König aus Äthiopien wurde im Kampf um Troja con Achilles erschlagen und später
von seiner Mutter Eos, Göttin der Morgenröte, wieder aufgeweckt. Leider konnten
wir bei unserem Besuch diese Töne nicht hören. Wir waren wohl zu spät dran :-). |
Nach dieser beeindruckenden Besichtigungstour
fuhren wir nachmittags mit dem Schiff nach Edfu weiter.
4. Tag - Besuch des Tempel in Edfu , Flussfahrt bis
nach Kom Ombo und Besichtigung des Doppeltempels
Edfu-Tempel
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Der Tempel in Edfu ist der am
besten erhaltene Tempel von ganz Ägypten. Er ist ein Musterbeispiel für die
ptolemäische (die Ptolemäer waren Angehörige eines makedonischen
Herrschergeschlechts im alten Ägypten) Baukunst. Das von festungsartigen Türmen
flankierte Eingangstor (Pylon) ist eines der gewaltigsten aus dem alten Ägypten.
Es hat eine Höhe von 36 m und eine Breite von 78 m. Die Darstellungen und
Schriften sind am besten erhalten. Auf beiden Seiten des Pylons ist oben
dargestellt, wie der Pharao den Gottheiten Gaben überbringt. Auf den
Darstellungen unten ergreift er seine Feinde und erschlägt sie vor dem Gott
Horus und der Göttin Hathor. |
KOM OMBO
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Kom Ombo (Hügel von Ombos) ist
eine riesige Tempelanlage. Sie ist zwei Gottheiten geweiht: dem Krokodilköpfigen
Sobek und dem falkenköpfigen Haroreis. Durch eine fiktive Längsachse wurde der
Tempel in zwei symmetrische Hälften geteilt. Die rechte Hälfte gehörte Sobek,
die linke Haroeris. |
Anschließend fuhren wir mit dem Schiff weiter nach
Assuan.
5. Tag - Besichtigung des
Hochstaudammes in Assuan, unvollendeter Obelisk und Philae Tempel, Felukenfahrt
auf dem Nil
Hochstaudamm in Assuan
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Dieser Staudamm wurde gebaut, um den Wasserstand des
Nils zu kontrollieren. Seitdem bleiben die Küstengebiete weitgehend vom
Hochwasser verschont. |
Unvollendeter Obelisk
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Hinter dem modernen Assuan erblickt man noch immer
die uralten Steinbrüche, die Ägypten den Granit lieferten. Dort befindet sich
der berühmte "Unvollendete Obelisk". Dieser wurde niemals vom Felsen losgelöst, weil
er an mehreren Stellen brüchig war. Er wäre 43 m hoch geworden bei einem Gewicht
von 1150 (!) Tonnen. Wir empfehlen, zu diesem Ort einen guten
Mückenschutz mitzunehmen. Denn in der Hitze, die einem durch Staub und Stein
besonders stark vorkommt, scheinen sich die Stechmücken sehr wohl zu fühlen und
besonders aktiv zu sein.
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Philae Tempel
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Vor einer eindrucksvollen Kulisse aus Granitfelsen
strecken sich Säulen und Pfeiler der heiligen Insel, Kultort der Göttin Isis in
den meist blauen Himmel. Der Tempel von Philae ist zusammen mit denen von Edfu
und Dendera einer der besterhaltenen ptolemäischen Tempel. Durch Überflutungen
standen die Tempel die meiste Zeit des Jahres unter Wasser. |
Felukenfahrt
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Am Nachmittag machten wir dann eine sehr erholsame Felukenfahrt
(kleines Segelboot) auf dem Nil. |
6. Tag - Ausflug mit dem Flugzeug nach Abu Simbel
Circa 300 km von Assuan entfernt, im Herzen
Nubiens, beinahe schon an der Grenze zum Sudan, befindet sich das großartigste
Bauwerk des größten Pharaos aller Zeiten. RAMSES II hat zwei Tempel als Zeichen
seiner Macht gegenüber den traditionellen nubischen Feinden Ägyptens in den Fels
hauen lassen. Den großen für ihn selbst und den kleinen für die Königin.
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Der große Tempel ist den vier altägyptischen
Gottheiten Amun-Re, Re-Harachte, Ptah und dem Gottkönig selbst geweiht.
Die Anlage wurde 55 m tief in den Felsen getrieben und nach Osten - hin zum
Sonnenaufgang - ausgerichtet. Vier Kolassalstatuen erheben sich 20 m hoch an der
Vorderseite des Tempels. Am besten ist noch die linke Statue erhalten. Sie zeigt
RAMSES II. auf seinem Thron mit Doppelkrone, Aräus-Schlange über der Stirn und
dem rituellen Kinnbart. Die Statue rechts daneben hat, vermutlich schon zur Zeit
des Königs, den oberen Teil des Körpers verloren. Die Teile liegen noch zu Füßen
der Statue. Neben und zwischen den Beinen der großen Statuen befinden sich die
kleineren der königlichen Familie. |
Abu Simbel ist sicher nicht nur der
schönste, ausgefallenste und mächtigste Tempel Ägyptens, sondern auch das
Symbol für die Rettungsaktion der nubischen Tempel vor dem Wasser des
Nasser-Sees. Die Tempel versanken im Laufe der Zeit im Wüstensand und
blieben bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts vergessen. Am 22. März 1813
entdeckte der Schweizer Orientreisende Johann Ludwig Burckhardt die aus
Sandverwehungen herausragenden Köpfe der Ramseskolosse. Erst im Jahre 1817
begann der Italiener Belzoni mit der systematischen Freilegung der Heiligtümer.
Von 1965 bis 1968 gelang die Umsetzungsaktion der beiden Tempel. Der
Wasserspiegel des neuen Nasser-Sees war bereits so hoch angestiegen, dass die
Tempel durch einen Kofferdamm gesichert werden mussten. Die gesamte Tempelmasse
wurde in viele tausend Blöcke zersägt und nummeriert und transportiert
(insgesamt fast 20 000 Tonnen). Am neue Standort, auf dem Gipfel des Ausläufers
der lybischen Gebirgskette, der 65 m höher und 180 m landeinwärts liegt, wurde
alles wieder zusammengefügt.
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Abu Simbel war sicherlich eines
unserer beeindruckendsten Ausflüge. Normalerweise hat man die Möglichkeit, mit
dem Bus durch die Wüste oder mit dem Flugzeug Abu Simbel zu erreichen. Als wir
dort waren, wurde jedoch nur der Flug angeboten. Dies ist auch auf jeden Fall zu
empfehlen. Der Transfer vom Schiff zum Flughafen Assuan mit dem Bus, die
Abfertigung im Flughafen, der Flug selber - alles war gut organisiert und
verlief problemlos und stressfrei. |
Nach der Rückkehr um die Mittagszeit fuhren wir
mit dem Schiff zurück nach Edfu.
7. Tag - Weiterfahrt nach Esna und Besichtigung des
Khnum Tempel
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Der Name Esna gehört zu dem
jetzigen Dorf, das auf den Trümmern von Letopolis entstand. Von der antiken
Stadt ist nur ein Teil des Tempels von Khnum sichtbar. Davon ist der gedeckte
Säulengang fast intakt erhalten. |
Anschließend fuhren wir zurück nach Luxor, an den
Ausgangspunkt unserer wunderschönen Flussreise.
8. Tag - Ab- bzw. Weiterreise
Es hieß Abschied nehmen vom Nil und der MS SINOHE.
Wir wurden ausgeschifft und mit dem Bus nach Hurghada gebracht. Dort hatten wir
eine Anschlusswoche Badurlaub gebucht.
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Nach dieser Woche ging es mit der CONDOR wieder zurück
nach Deutschland. |
Quelle: Ägypten - Damals und Heute, Alaa El Din A.
El Fattah; Kunst und Geschichte in Ägypten, 5000 Jahre Kultur, Alberto Carlo
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