Am Sonntag, dem 28.04.2002 kamen wir bei leider
schlechtem Wetter (Regen) in Skodbjerge an. Die Novasol-Filiale war zwar
geschlossen, doch der Schlüssel für unser Ferienhaus war in einem an uns
adressierten Umschlag hinterlegt. Dort war unter anderem eine Anfahrtskizze
enthalten, so dass wir schnell und ohne große Suche unser Ferienhaus, das wir
zu sechst beziehen wollten, gefunden haben.
Das Haus ist sehr schön gelegen, etwas abseits
der Hauptstraße mit Blick auf den Fjord und die Dünen. Ein kleines Stückchen
Meer konnten wir auch noch sehen. Also eigentlich ein wahres Schmuckstück. Von
außen zumindest. Als wir jedoch in das Haus gingen, sah die Sache leider etwas
schlechter aus. Alle Innenräume waren in einem sehr schmuddeligen, ungepflegten
und unsauberen Zustand. Der Fußboden musste von uns erst einmal ausgekehrt und
gesaugt werden, damit wir beim Einzug nicht im Staube erstickten. Auch die
Kleiderschränke mussten wir vor der Benutzung auswischen. Auf den Schränken und
Lampen war der Staub so dick, dass wir unschwer erkennen konnten, dass dort
schon seit vielen Monaten kein Staub mehr gewischt wurde. Die Couch war so
schmierig, dreckig, abgewetzt und durchgesessen, dass wir ohne Bettlaken, die
uns die Novasol-Filiale vor Ort zur Verfügung stellte, nicht darauf sitzen
konnten. Von 8 Stühlen im Essbereich waren 2 Stühle so defekt, dass wir uns
nicht mehr draufsetzen konnten, ohne mit ihnen zusammenzubrechen. Dies waren nur die gravierendsten
Mängel. Die Liste könnten wir ohne Probleme hier weiterführen.
Nachdem wir über diese Missstände hinweggesehen
hatten, konnten wir unsere voll beladenen Autos ausladen und die Schränke füllen.
Wir hatten einige Verpflegung (Fleisch, Konserven, etc.) dabei, da die Preise in
Dänemark doch etwas höher als in Deutschland sind.
Dünen und Strand
In den ersten paar Tagen hatten wir immer mal
wieder Regen und es war auch noch etwas kühler. Abends machten wir uns dann ein
schönes Feuer in dem dänischen Ofen. Holz dazu kann man überall am Straßenrand
und in den "Kaufmannsläden" bekommen. Das Wetter wurde von Tag zu Tag besser,
mit immer mehr Sonne. In den letzten Tagen konnten wir im T-Shirt die Natur
genießen und uns auf der Terrasse sonnen.
Da wir teilweise viel Wind hatten, haben wir
uns im Drachenshop in Hvide Sande zwei Drachen gekauft, mit denen wir sehr viel
Spaß hatten.
In den Dünen führt ein hügeliger, kurviger und mit
Kieselsteinen bedeckter Fahrradweg entlang, der sich auch zum Spazierengehen eignet. Dieser
ist aber aufgrund seiner Beschaffenheit nicht zum Inline-Skaten geeignet. Dafür
sollte man sich besser das Gebiet um Bork Havn aussuchen. Hier gibt es viele
kleine geteerte Landstraßen mit wenig Verkehr.
Hafen in Hvide Sande
Nicht weit von uns war das Örtchen Hvide Sande.
Dieses ist ein echt westjütlandischer Fischerort, der eine interessante
Kombination aus Fischereihafen, Kleinstadtleben und landschaftlich schöner Lage
bietet. Hvide Sande liegt mitten auf der Landzunge Holmsland Klit und ist
Dänemarks fünftgrößter Fischereihafen. Der Ort wurde von Fischern am Kanal zum
Ringköbing Fjord und an den 1931 eingeweihten Schleusen gegründet. Die Fischerei
ist heute noch Hauptwirtschaftszweig des Ortes. Der Hafen besteht aus einer
reizvollen Mischung aus geschäftigem Treiben und stillem Charme. Auch für Surfer
hat Hvide Sande einiges zu bieten. Hvide Sande Nord ist seit vielen Jahren
Austragungsort für internationale und nationale Speedweeks sowie die North One
Hour Regatten. Dies ist der größte Surfplatz des Fjords und das beste
Flachwasserrevier Dänemarks für Speed- und Slalomsurfen.
Ringköbing
Fährt man weiter den Fjord entlang, kommt man zu
dem wunderschönen Städtchen Ringköbing, das schon seit 1433 Stadtrechte hat. Der
besondere Charme dieser alten Stadt liegt in ihren niedrigen Backsteinhäusern,
den kopfsteingepflasterten Straßen, dem Hafen und den vielseitigen
Einkaufsmöglichkeiten. Zur Zeit der Entstehung von Ringköbing war der Fjord noch
direkt mit dem offenen Meer verbunden, so dass sich dort ein wichtiges Hafen-
und Handelszentrum entwickelte. Im 17. Jahrhundert verlagerte sich die Einfahrt
in den Fjord nach Süden und begann zu versanden, so dass das Durchkommen für die
Schiffe immer schwieriger wurde. Dieses Problem wurde mit der Schleuse in Hvide
Sande 1931 gelöst. Ringköbing wird auch als Windsurfparadies Nordeuropas
bezeichnet. Der Strand unterhalb des Surfclubs und des Campingplatzes von
Ringköbing ist der Ort, der Surfern aller Leistungsniveaus Herausforderungen
bietet. Bis 300 m vom Strand entfernt ist das Wasser seicht und der meist
auflandige Wind aus westlicher Richtung macht das Revier auch für Anfänger
sicher.
Ringköbing Fjord
Wenn man den Fjord entlang fährt, kann man wundervolle
malerische Plätze entdecken.
Leuchtturm Nr. Lyngvig
Nicht weit weg von Skodbjerge steht der Leuchtturm von Nr. Lyngvig, der sich in einem 282 ha großen Naturschutzgebiet mit interessanter Flora
und Fauna befindet.
Borg Havn
Einen Besuch wert ist auch Bork Havn, mit einem netten
kleinen Hafen und ein paar Geschäften. Bork Havn hat auch eine
Ferienhaussiedlung. Die Häuser dort sind aber ziemlich dicht aneinander
gereiht.
Sehenswert ist auch das Wikingermuseum in Borg. Hier
wird man in eine andere Zeit versetzt.
Sonstiges / Kurioses
Unterwegs kann man immer wieder typisch dänische
Sehenswürdigkeiten erleben.
Manchmal ist auch Kurioses dabei :-)
Sonnenuntergang
Einzigartig sind jedoch die Sonnenuntergänge zwischen
den Dünen und am Strand.
Panorama-Blick aus dem Haus
Diesen schönen Blick über den Dünen hatten wir von
unserem Haus.
Fazit: Von der bescheidenen Einrichtung unseres
Hauses mal abgesehen, ein empfehlenswerter Urlaub mit hohem Erholungsfaktor.
Doch sollte dieses Gebiet nach Möglichkeit, sofern keine schulpflichtigen Kinder
vorhanden sind, nicht unbedingt in der Hauptsaison besucht werden. Denn dann
wird es dort richtig voll.