Eigentlich wollten wir ja den
Westen Amerikas bereisen. Der Flug mit British Airways und der Mietwagen waren
schon gebucht.
Da aber Terrorangriffe immer noch nicht auszuschließen waren, die politische
Lage bezüglich des Iraks noch nicht geklärt war und viele Bundesstaaten von
einer Stechmückenplage betroffen waren, haben wir uns schweren Herzens
entschlossen, die Reise zu stornieren.
Als Alternative wählten wir
Dänemark. Dort hat es uns schon im Mai 2002 sehr gut gefallen. Wir buchten ein
nettes Häuschen in Søndervig - dem Tor zur
Nordsee.
Søndervig
Wir wohnten in einem sehr schönen Haus mit großem
Garten.
Nachstehend noch von DanCenter die Beschreibung unseres
Ferienhauses:
Mit Blick auf Qualität und Details wurde dieses Holzferienhaus mit
Eternitdach gebaut. Es liegt auf einem teilweise geschlossenen
Naturgrundstück. Im Haus stehen Ihnen Holzofen, Whirlpool, Sauna und
Solarium zur Verfügung. Im 1. Stock befinden sich 2 Hemse mit guter
Aussicht auf Umgebung. Das Erdgeschoss ist hell und freundlich mit
modernen Möbeln eingerichtet
Søndervig ist schon seit dem 19. Jahrhundert als Badeort bekannt. Die
Menschen strömten in die Gegend, um frische Luft und ein Bad in den kühlen
Wellen zu genießen. Søndervig präsentiert sich als moderner Badeort mit einem
großen Supermarkt mit Bäckerei, Metzgerei und Fischabteilung sowie einem
Einkaufszentrum mit verschiedenen Geschäften.
Von mehreren Parkplätzen führen Wege durch die Dünen zum Meer. Die Strandidylle
wird jedoch von Bunker aus dem zweiten Weltkrieg etwas getrübt. Ursprünglich in
den Dünen gebaut, liegen die Betonklötze, je nachdem, wie weit das Meer sich
vorgearbeitet hat, heute frei auf dem Strand oder gar schon in der
Brandungszone. In Høwig, knapp 4 km nördlich von Søndervig sind sie besonders
auffällig. Hier existierte eine große Radar- und Geschützstellung mit rund 100
verschiedenen Betonbauten.
Bei unseren Strandspaziergängen konnten wir oft den
Wellen zuschauen.
Unsere Begleiter waren die vielen Seemöwen, die sich
jedoch sehr schwer fotografieren ließen.
Faszinierend waren die Lichtspiele verursacht durch den
Wechsel zwischen Wolken und Sonne ...
... sowie ein paar wunderschöne Sonnenuntergänge.
Hvide Sande
In Hvide Sande gibt es ein sehr sehenswertes Fischereimuseum. Das Vestkyst Akvariet
- Fiskeriets Hus wurde im Jahre 1992 eröffnet. Es ist eine selbsttragende
Institution, die ohne öffentliche Zuschüsse betrieben wird. Das Museum erzählt
von Fischerei, ihre Technik und Entwicklung von heute, von der Gegenwart und
Zukunft von Hvide Sande, von dem Rettungswesen und deren Bedeutung für Fischerei
und Tourismus und von dem Küstenschutz. Im Aquarium sieht man Fische und alles
was auf dem Meeresboden des Ringkøbing Fjord, in den einmündenden Flüssen und in
der Nordsee von Hvide Sande lebt.
Von dem Cafe über dem Aquarium hat man eine
schöne Aussicht über die Einmündung in den Fischereihafen von Hvide Sande.
In Hvide Sande kann auch ein Bunker von außen und innen besichtigt werden.
Skjern
Skjern ist die jüngste Stadt Dänemarks. Der Ort ist nach dem Wasserlauf Skjern
benannt, der bei Sportanglern aus nah und fern bekannt ist.
In der Skjern Vindmølle (Windmühle) wird mindestens einmal pro Woche wie in den
alten Tagen Korn gemahlen.
In Stauning, einem Teilort von Skjern, befindet sich die Dänische Oldtimerflugzeug-Sammlung - ein fliegendes
Museum (Eintritt 30 Kronen = ca. 4 Euro). Die Sammlung wurde 1975 gegründet. Die meisten der Flugzeuge sind
flugfähig und lassen sich auch in der Luft vorführen. Die Flugzeugsammlung ist
ein lebendiges Museum mit 40 dänischen und ausländischen Flugzeugen aus den
Jahren 1911 bis 1990 vom Typ Spitfire, Meteor und Starfighter sowie den 11 in
Dänemark gebauten KZ-Flugzeugen. 8 der ausgestellten Flugzeugen existieren
nur in diesem einen Exemplar wie z.B. der Berg und Sturm Eindecker aus dem Jahre
1911.
Skjern-Egvad - Bundsbæk Mølle
Die Bundsbæk Mølle ist einer der wenigen Wassermühlen West Jüttlands und
Dänemarks letzte intakte Wassermühle. Aus hier gemahlenem Mehl wird für die
Kaffeestube im Haus des Müllers Brot und Kuchen gebacken. Die Mühle dient zudem
für Ausstellungen und ist Zentrale dieses zerstreuten Museums. Leider hatte die
Kaffeestube während unserem Besuchs geschlossen. Auch die Wassermühle selbst
konnten wir nicht in Aktion sehen. Lohnte sich wohl nicht mehr in der
Nachsaison. Bei dem saftigen Preis (Eintritt 40 Kronen = ca. 5,50 Euro) viel
Geld für nichts!
Vemb - Nørre Wosborg Herregård
Nørre Wosborg ist einer der wenigen Herrensitze im
Westen Jütlands. Im Ostflügel aus dem Jahr 1552 kann man den Rittersaal
besichtigen.
Hier las Hans Christian
Andersen den Leuten der Gegen vor, als 1859 Nørre Wosborg besuchte. Im
Gebäudeteil aus dem Jahr 1839 erfährt man, wie ein Herrenhof-Haushalt
betrieben wurde, mit den alten Gebrauchsgegenständen und Möbeln.
Danach warten Kaffee und
Hausgebackenes im gemütlichen Fachwerkflügel aus dem Jahr 1640. Das Restaurant
in der Bugstube besitzt heute noch eine unübertroffen romantische Atmosphäre.
Hier befindet sich auch der alte Backofen. Dieser schöne Ausflug lässt sich mein
einem Spaziergang am Wallgraben abschließen.
Das Schloss kann man täglich zwischen 12 und 17 Uhr besuchen. Samstag ist jedoch
Gesellschaften vorbehalten. Alles zusammen (Besichtigung und das wunderbare
Kaffee-Büfett) kostet 45 Kronen = ca. 6,25 Euro. Eine echtes Schnäppchen. Wer
will, kann in den alten Gesindezimmern übernachten.
Blåvand - Der Leuchtturm von Blåvandshuk
Wenn man außer Atem die 170 Stufen hinauf zum Leuchtturm von Blåvandshuk
(Eintritt 10 Kronen = ca. 1,40 Euro)
überwunden hat und sich oben auf dem 39 Meter hohen Leuchtturm befindet,
versteht man sofort, warum dieser im Jahre 1900 gebaut wurde. Von hier hat man einen
weiten Ausblick über das Riff Horns Rev, das 40 km ins Meer ragt und mit seinem
Niedrigwasser und dem unrechenbaren Boden damals wie heute selbst dem besten
Seemann das Fürchten lehrt.
Das Riff wird auch "Horn des Teufels" genannt und wenn die Wellen in der Ferne
gebrochen werden, besteht kein Zweifel, warum es diesen furchteinflößenden Namen
bekommen hat. Viele Schiffe und viele Seeleute haben hier ihr Grab gefunden, weil
man nicht weit genug vom Riff entfernt blieb oder bei schlechtem Wetter nicht
die Rinne "Slugen" finden konnte, die zwischen dem Land und dem
Niedrigwassergebiet verläuft.
Die Bedingungen waren so schlecht, dass die Seeleute Ende des 18. Jahrhunderts
den Bau eines Leuchtturms forderten, wenn sie den damals neuen Hafen Esbjerg
anlaufen sollten.
Heute ist der weiß gekalkte Leuchtturm des Wahrzeichen der Region. 55 Meter über
dem Meer befindet man sich, wenn man oben ist. Wenn der letzte Besucher den
Leuchtturm verlassen hat und es dunkel wird, schickt er seine leuchtende Warnung
viele Seemeilen hinaus zu den Schiffen am Horizont.
Zwar hat die Satellitennavigation die alten Leuchttürme und Leuchtzeichen
abgelöst, aber sie geben den Seeleuten auf dem Meer immer noch eine zusätzliche
Sicherheit, wenn sie in der Ferne mit dem eigenen Augen das beruhigende Licht
des Leuchtturms von Blåvandshuk sehen können.
LEGOLAND BILLUND
Das LEGOLAND Billung liegt ca. 1 1/2 bis 2 Stunden Fahrzeit von
Søndervig entfernt und ist unbedingt für Groß und Klein einen Besuch wert. Mehr
gibt es auf einer extra Seite.
Thyborøn
Am Rande des Kanals hat sich zwischen den Schutzbuhnen ein schöner Sandstrand
gebildet, direkt neben dem ältesten Teil des Hafens. Der wurde 1915 angelegt.
Danach entstand der Ort Thyborøn, der dann zur 3000-Einwohner-Sadt von heute
heranwuchs.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Thyborøn zu einer Festung mit 106 Bunker und
Geschützstellungen hochgerüstet. Ein Bunkermuseum nahe dem alten Hafen versucht,
Licht in dieses dunkle Kapitel zu bringen.
Einigen der Betonkolosse sieht man
heute noch die Tarnung als Ferienhäuser an.
Im Jyllands Akvariet (Aquarium) sind lebende Fische zu sehen. Wer sich traut, kann einen
lebenden Hai streicheln (wir haben uns getraut !), eine Sandkrabbe halten und einem Plattfisch über den
Rücken streicheln. Ein Erlebnis ist auch der Seewolf, der grimmig durch die
Scheibe blickt.
In der Höhe von Bunker 34 hinten dem Deich kann das verspielt verschnörkelte
Sneglehuset (Schneckenhaus) entdeckt werden. Alfred Chr. Pedersen, Ex-Fischer
und Original, hatte seiner Frau 1949 ein ganz besonderes Haus versprochen. In 25
Jahren baute er sein Märchenhaus, von oben bis unten mit Muscheln, Schnecken und
jenen Glasbällen verziert, die Fischer vor dem Plastikzeitalter als Schwimmer an
ihren Netzen hatten.
Neben dem Akvariet vermittelt das 2001 eröffnete Kystcentret (Eintritt 75 Kronen
= ca. 11 Euro) mit moderner
Präsentationstechnik die Phänomene, die die Sandküste Jütlands prägen. Man darf
Wellen schlagen, einen Tornado entfachen und einen Hochseetrawler steuern.
Bei der Durchfahrt durch Thyborøn begegnete uns auf
einmal diese Statue am Straßenrand.
Bovbjerg
Am Nordende des Nissum Fjord müssen noch
Deiche das Land schützen. 5 km weiter ragt schon die Steilküste von Bovbjerg
mehr als 40 m über den Strand. Oben auf dem Bovbjerg thront seit 1877 der 26 m
hohe Leuchtturm in ungewöhnlichen Weitrot gestrichen. Bevor er gebaut wurde,
diente der weiß getünchte Kirchturm im nahen Ferring den Skippern auf See als
Orientierungspunkt. Um Verwechslungen auszuschließen, durfte Bovbjerg Fyr nicht
auch weiß sein.
Sonstiges
Wir besuchten, wie schon im Frühjahr, den Leuchtturm
von Nr. Lyngvig, dessen weiße runde Wand in den blauen Himmel ragte.
In den Dünen konnten wir viele schöne Häuser
betrachten.
Wir hatten das seltene Glück, die Handwerker beim
Decken eines Reed-Daches zu beobachten.
Bei der Fahrt nach Skjern fuhren wir an diesen vielen
"Windmühlen" vorbei.
Ein wunderschöner Regnbogen bei untergehender Sonne
erzeugte eine besondere Stimmung.
Interessant sind auch immer wieder die vielen
Wolkengebilde, die je nach Licht erstaunliche Anblicke bieten.
Quelle: Urlaub am Meer und
Fjord; Turistguide 2002 Blåvandshuk; Dumont Reisetaschenbuch Dänemark Nordseeküste