Unsere zweite Dänemarkreise führte uns dieses Jahr nach Hirtshals (Tornby) und Binderup.
Hirtshals (Tornby) vom 08.09.2004 - 25.09.204
Anreise und Haus
Dies war bisher unsere längste Anfahrt nach Dänemark. Rund
1150 km mussten wir an einem Stück bewältigen. Dies gelang jedoch
aufgrund einer sehr günstigen Verkehrslage ohne Staus relativ
problemlos.
Das ist die Beschreibung unseres Hauses lt.
Sonne und Stand Katalog:
Prachtvolles Luxusferienhaus aus Holz mit Whirlpool und Sauna, 2003 gebaut,
auf einem Naturgrundstück nah am schönen Badestrand gelegen. Großes nach Osten,
Süden und Westen gelegenes Terrassenareal mit Gartenmöbeln. Teils Holzböden und
teils Teppichböden. Schönes Badezimmer mit 2-Pers. Whirlpool, Waschmaschine,
Wäschetrockner, Duschnische und beheiztem Fliesenboden sowie direktem Zutritt
zur Sauna. Extra Badezimmer mit Duschnische. Moderne, offene Küche mit
Geschirrspülmaschine, Herd mit Ceran-Feld, Tiefkühlgerät sowie Mikrowellengerät.
Gut eingerichtetes und hübsch möbliertes Ess- und Wohnzimmer mit Kaminofen,
Farb-TV mit Satellitenanschluss, DVD-Spieler und Stereoanlage mit CD-Spieler.
Playstation 1 vorh. Offenes Obergeschoß mit 2 Schlafplätzen. Sandkiste,
Schaukel, Kinderbett und Kinderhochstuhl zur Verfügung. Ein prachtvolles
Luxusferienhaus in schöner Umgebung und dicht an vielen Sehenswürdigkeiten und
Attraktionen.
Hirtshals
Hirtshals sitzt auf einem alten Moränenplateau wie auf
einem Ausguck. Wegen dieser Lage bauten deutsche Truppen 1941
Sicherungsanlagen für den Hafen. Hirtshals ist Heimathafen einer großen
Schiffereiflotte, deren Servicebetriebe auch fremde Trawler unter teils
exotischer Flagge versorgen, die in der Nordsee unterwegs sind. Der
Hafen wurde 1919 angelegt und in den 1960ern auf seine heutige Größe
erweitert. Er ist heute ein wichtiger Brückenkopf für den Fährverkehr
nach Norwegen.
Leuchtturm Hirtshals
Der 1862 gebaute und 35 m hohe Leuchtturm verschafft
den besten Überblick über den Hafen und die Stadt. Auf der
Aussichtsplattform steht man 54 m über dem Meeresspiegel.
Der Leuchtturm ist ein geeigneter Ausgangspunkt, um
Spaziergänge entlang der Küste von Hirtshals zu unternehmen.
Nordsømuseet Hirtshals
Das Nordsømuseet in Hirtshals ist ein
meeresbiologisches Museum mit Europas größtem Salzwasseraquarium und
einem Robbenfreigehege.
Am 16. Dezember 2003 wurde das neueste Gebäude
des Museums durch einen Brand zerstört. Im Gebäude befand sich das
riesige Aquarium "Oceanariet". Das Aquarium selbst entging den
schlimmsten Schäden und kann nach einer Renovierung und dem Ersetzen von
3 großen Scheiben wieder in Betrieb genommen werden. Da das Aquarium
jedoch erst im Sommer 2005 wieder in Betrieb genommen wird, konnten wir
dieses leider nicht besichtigen.
Doch auch auch die anderen
Sehenswürdigkeiten sind allemal einen Besuch wert. So gibt es ein großes
Außenbecken mit Kegelrobben und Seehunden. Im Unterwasserbecken kann man
die Bewegungen der Robben bewundern. In den großen und kleinen Aquarien
bekommt man einen realistischen Einblick in den Lebensraum Nordsee. Hier
befinden sich etwa 70 verschiedene Fischarten und viele andere
Meerestiere - von den farbenfrohen Seeanemonen bis zu den 2 Meter langen
Meeresaalen. Im Aktivitätsbereich (Fühlbereich) besteht die Möglichkeit,
die Finger ins Salzwasser zu tauchen und direkten Kontakt mit einem
Seestern, einer Scholle oder einer Flunder aufzunehmen. Im Außenbereich
gibt es einen Spielplatz für die Kleinen.
Die täglichen Fütterungen der Robben und Seehunde
sollte man auf keinen Fall versäumen.
Hjørring
Hjørring ist mit ca. 25.000 Einwohnern die Hauptstadt
der Region Vendsyssel. Mit Stadtrechten seit dem frühen Mittelalter
(1243) konnte es sich prächtig entwickeln: Drei Kirchen aus romanischer
Zeit nah beieinander in der Altstadt belegen die frühere Bedeutung. Zur
Feier von 750 Jahren Stadtrechten wurde 1993 nach dem Motto "Autos raus,
Kunst rein", eine aufwändige Sanierung vorgenommen. Überall stößt man
auf moderne Skulpturen dänischer Künstler. Auch wurde ein exzentrisches
Wasserspiel geschaffen, das meterhohe Figuren umgeben, die Elemente
afrikanischer Kunst mit Symbolen der nordischen Mythologie verbindet.
Maarup Kirche Lønstrup
Im Süden Lønstrups liegt die Maarup Kirche. Diese
kleine Mittelalterkirche wurde in den Jahren 1200 etwa 2 Kilometer von
der Küste entfernt gebaut. Heute steht sie jedoch nur noch wenige Meter
neben der Steilküste. Wegen der Küstenerosion kommt die Steilküste jedes
Jahr der Kirche 2-3 Meter näher. Auf dem verwehten Friedhof findet man
zwischen den alten Gräbern Denkmäler für die 226 ertrunkenen Mariner der
Fregatte "The Crescents", die 1806 vor dieser Küste Schiffbruch erlitt.
Der Anker wurde später geborgen und am Giebel der Kirche aufgestellt.
Die Kirche bildete auch Kulisse für verschiedene Filme. Vom 01. Juni bis
01. September ist die Kirche von 08:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.
Sollten durch Abbrüche an den Klippen Skeletteile auf den Strand fallen,
darf man sie nicht aufsammeln. Sie werden in Lønstrup auf dem Friedhof
wieder beerdigt.
Leuchtturm Rudbjerg Knude Lønstrup
Ein ganz anderes Problem hat der Leuchtturm von
Rudbjerg Knude. Er strahlte Weihnachen 1900 das erste Mal sein Licht auf
das Meer, musste aber 1968 wieder abgeschaltet werden, weil er draußen
nicht mehr gesehen werden konnte.
Sand, den Regen und Wellen aus dem Steilufer herausholen, weht der
Wind ausgerechnet vor seiner Linse zu einer gewaltigen Düne auf einem
Plateau zusammen. 90 Meter ragt inzwischen deren Gipfel über dem
Meeresspiegel. Der Sand schob sich vor und inzwischen auch über den
Leuchtturm und seine Nebengebäude.
Auch das Museum zum Thema Sandflug, das zwei Jahrzehnte darin zu
Hause war, wurde Anfang 2002 vom Thema seiner Ausstellung überrollt und
musste auf den alten Hof des Strandvogts von Rudbjerg weiter landwärts
umziehen.
Skagen
Der Name Skagen steht für die nördlichste Stadt
Dänemarks und bietet eine Besonderheit. Es ist die Stadt mit zwei
Meeren; der Nord- und der Ostsee. Skagen ist in der Hochsaison einer der
lebendigsten Badeorte in Dänemark mit einem internationalen, meist aber
skandinavischen Publikum. Das Nachtleben bietet eine breite Palette von
urig ursprünglichen Fischerkneipen bis zu Discos und Edelrestaurants.
Parallel zum Hafen zieht sich eine Altstadt quer durch Skagen, kaum
breiter als ein oder zwei Häuserreihen, dafür aber über 2 km lang.
Eine Frage stellt sich dem
aufmerksamen Besucher Skagens:
Warum sind die Häuser gelb? Die Häuser in Skagen wurden jedes Jahr zu
Pfingsten mit einer Mischung aus Kalk und Ocker gekalkt. Ocker wurde
beschafft und verkauft von lokalen Kaufleuten. Wegen Skagens örtlicher
Isoliertheit und des Umstandes, dass der Küstenweg schlecht befahrbar
war, lagerte man Ocker in großen Mengen. Eines Tages erhielt ein
Kaufmann versehentlich französischen Gold-Ocker mit einer kräftigeren
Gelbfärbung. Aus diesem Fehler stammt die Farbe "skagengelb".
Hafen von Skagen
Skagen ist auch ein wichtiger wichtiger
Fischereistandort mit großer Fangflotte, modernen
Fischverarbeitungsanlagen und einer Auktionshalle. Ganz munter geht es
dort zu, wo sich Lifestyle und Tradition der Stadt begegnen: Am
Fiskehuskaj, zwischen Jacht und Fischereihafen. Zwar existieren in der
rostrot und weiß gestrichenen Fischpackhäusern noch Fischgeschäfte und
Schiffausrüster, doch längst haben Kneipen und Restaurants die Oberhand
gewonnen.
Leuchtturm Hvide Fyr Skagen
Hvide Fyr, das "Weiße Feuer", ist der älteste im
Original erhaltene Skagener Leuchtturm. Er wurde 1748 gebaut und war
Skagens erster richtiger Leuchtturm. Bei Bedarf wurde in einem
Eisenkorb an der Spitze eine Kohlefeuer gemacht.
Leuchtfeuer Vippefyret Skagen
Ein paar Meter weiter Richtung Meer liegt das
Vippefyret (Wippfeuer), der Nachbau eines Leuchtfeuers aus dem 17. Jh. Die
Konstruktion bestand aus einem Holzbalken auf einem Stativ, an dessen
Ende eine Eisenschale mit Feuer oder glühenden Kohle hing. Zum Nachfeuern
wurde der Korb auf den Boden gelassen und anschließend wieder 25 m über
den Meeresspiegel gewippt.
Leuchtturm Grå Fyr Skagen
Kurz vor der Landspitze Grenen steht der Leuchtturm Grå
Fyr. Das "Graue Feuer" hat seinen Namen vom äußeren Mauerwerk, wurde 1858
gebaut und soll mit 50 m der höchste dänische Leuchtturm sein. Nach
Erklimmen der 210 Stufen kann (allerdings nur am Wochenende) eine
phantastische Aussicht über Skagen und die Halbinsel genossen werden.
Leuchtturm Skagen Vest
Der jüngste Leuchtturm ist Skagen Vest, ein dünnes
Betonminarett. Er wird ferngesteuert und passt irgendwie nicht so
richtig in den Bund der anderen alten Leuchttürme auf Skagen.
Landspitze Grenen Skagen
Grenen ist der nördlichste Punkt Dänemarks und
Mitteleuropas. Grenen ist eine Sandzunge, die sich, von Strömungen
ständig neu gestylt, mal mehr nach Osten, mal mehr nach Norden wendet,
aber dabei immer mehr weiter ins Meer hinaus Richtung Norwegen wächst.
Dort treffen Nord- und Ostsee mit mehr oder weniger Gewalt aufeinander.
Baden ist dort wegen der enormen Strömungen lebensgefährlich und deshalb
verboten.
An der Landspitze konnten wir einer kleine süße Robbe
beim Sonnenbaden zuschauen.
Die versandete Sct. Laurentii Kirche
Das Wahrzeichen von Skagen ist der Turm der Sct.
Laurentii Kirke. Malerisch ragt er in den inzwischen bewaldeten Dünen im
Süden der Stadt auf. Die Kirche war im Mittelalter das größte Gotteshaus
im ganzen Umkreis. So um 1600 begann dann die Katastrophe: Die
Wanderdüne kam wie ein Fluch über das schmale Land zwischen Ost- und
Nordsee. Die Bevölkerung kämpfte noch ein paar Jahre mit Schippe und
Besen für ihren Weg zu der Kirche, 1795 gaben sie jedoch auf. Die Kirche
wurde erschlossen und 1810 das Inventar versteigert. Zu
dieser Zeit lebten gerade noch 1000 Menschen in Skagen. Den Verbliebenen
kam in ihrer Not der Abriss der Kirche gerade recht, denn gute Steine
konnte jeder gebrauchen. Nur der Turm blieb als Seezeichen stehen. Die
Düne jedoch wanderte weiter.
Råbjerg Mile
Im Süden der Halbinsel liegt die Råbjerg Mile, eine
Filiale der Sahara. Diese enorme Wanderdüne ist ein Überrest des
verheerenden Sandtreibens, das über einige Jahrhunderte die Gegend um
Skagen heimsuchte. Die 2 km lange und 800 m breite Düne schiebt sich
über das Land und hat die Halbinsel Skagen fast über die Hälfte
überquert. Sie erstickt jedes Leben und schafft in normalen Jahren 8 bis
10 m, bei viel wind aber auch mal 20 m.
Binderup vom 25.09.2004 - 02.10.2004
Anreise und Haus
Nach ca. 2 Wochen Nordsee fuhren wir weiter an die
Ostsee nach Binderup.
Das ist die Beschreibung unseres Hauses lt. Sonne und
Stand Katalog:
Sehr schönes von einem Architekten gezeichnetes Ferienhaus, 2001, auf einem
Naturgrundstück in einem attraktiven Ferienhausgebiet gelegen, nur 200 m vom
kinderfreundlichen Strand entfernt. Vom Haus sowie vom Grundstück gibt es eine
wunderbare Aussicht über das Meer. Große Terrassen mit Gartenmöbeln. Beheizbarer
Fliesenboden in der Küche, im Wohnzimmer und in den Badezimmern. 2 hübsche
Badezimmer mit Duschnische. Das eine Badezimmer enthält ferner 2-Pers. Whirlpool
und Zutritt zur Sauna. Die Küche ist mit Warmluftofen, Herd mit Ceran-Feld,
Mikrowellengerät, Tiefkühlgerät und Geschirrspülmaschine ausgestattet. Das
komfortable und helle Wohnzimmer ist mit Kaminofen, Stereoanlage mit CD-Spieler,
Telefon mit Zähler und Farb-TV mit Satellitenanschluss und Video eingerichtet.
Darüber hinaus 2 Schlafplätze im Alkoven und 2 Schlafplätze im offenen
Obergeschoß. Waschmaschine, Wäschetrockner, Kinderbett und Kinderhochstuhl vorh.
Sandkiste und Schaukel auf dem Grundstück.
Wir haben Binderup als Ausgangspunkt gewählt, um einige interessante
Leuchttürme zu besuchen.
Leuchtturm Strib
Leuchtturm Kasser Odde
Leuchtturm Årøsund
Leuchtturm Insel Årø
Leuchtturm Nordburg Als
Leuchtturm Tranerodde Als
Leuchtturm Taksensand Als
Seezeichen Mommark Als
Leuchtturm Gammel Pøl Lysabildsko Als
Leuchtturm Kegnæs Als
Leuchtturm Lågemad
Leuchtturm Rinkenæs
Leuchtturm Sletterhage auf der Halbinsel Helgenæs
Auf der Halbinsel ist auf jeden Fall der über hundert
Jahre alte Leuchtturm Sletterhage_Fyr einen Besuch wert. Er wurde 1894
unter der Leitung von Leuchtturmingenieur J. S. Fleischer gebaut. Er sah
sein Werk jedoch nie vollendet, da er 1893 verstarb.
Der Leuchtturm wurde 1967 modernisiert und 1984 dann vollautomatisiert.
Die dort befindliche Küstenwache wurde 1984 aufgelöst. Ebenso aufgelöst
wurde der Dienst des Leuchtturmwärters im Jahr 2004 nach 110 Jahren
Bemannung.
Die Turmhöhe beträgt 16 m und die Anzahl der Treppenstufen 54.
Leuchtturm Fornæs
Leuchtturm Gjerrild Nordstrand
Schloss Sostrup
Das Schloss Sostrup wurde zu Beginn des 17. Jh. gebaut,
ist von einem Burggraben umgeben und gehörte einer der mächtigsten
Familiendynastien Jütlands, den Grafen Skeel. Sostrup wechselte ab 1807
mehrfach die Besitzer, diente 1945 als Flüchtlingslager und wurde 1960
Zisterzienserkloster inklusive Refugium mit Pensionsbetrieb und
Ferienwohnungen in den alten Wirtschaftsgebäuden. Die Parkanlagen sind
für die Besucher zugänglich.
Ribe
Die Ursprünge der ältesten Stadt Dänemarks liegen bei
705 n. Chr. Wer die Kleinstadt mit rund 8000 Einwohnern besucht, ahnt
kaum, dass sie einst alle Voraussetzungen hatte, Großstadt zu werden.
Sie war wichtigste Handels- und Hafenstadt, ab dem 8. Jh. Metropole der
Wikingerzeit und Standort einer der ersten christlichen Kirchen im
Norden. Im frühen 16. Jh. endete jedoch die Blütezeit. Der königliche
Hof beendete seine Reisetätigkeit, die ihn regelmäßig nach Ribe gebracht
hatte, die Reformation setzte den Aktivitäten der katholischen Kirche
ein Ende. Die Versandung der Ribe Å erschwerte den Handel und brachte
ihn fast zum Erliegen. Ein Stadtbrand sorgte 1580 noch einmal für rege
Bautätigkeit. Der Dreißigjährige Krieg brachte jedoch wieder
Zerstörungen und Plünderungen.1634 sorgte eine Jahrtausendflut mit einem
Hochwasser, das rund 6 Meter höher war, als sonst, für viele Tote. Dank
des Denkmalschutzes Anfang des 20. Jh. sind heute 110 Häuser im
historischen Zentrum geschützt. Und um die Idylle abzurunden, nistet
seit Jahren regelmäßig ein Storchenpaar auf dem alten Rathaus.
Das Bild der Stadt wird vom fünfschiffigen Dom
bestimmt.1134-1225 entstand sein romanischer, damals noch dreischiffiger
Kern aus Eifeltuff- und Wesersandstein. Die Baumeister, die aus
Deutschland kamen, hatten jedoch eines nicht bedacht: Der Dom versinkt
im weichen Boden des Marschlandes. Ursprünglich gut 3 m über dem
umliegenden Gelände gebaut, steht er jetzt in einer Senke, 2,5 m unter
Straßenniveau. Der Untergrund brachte große Probleme mit sich. Die
ursprünglichen Westtürme brachen zusammen, später auch Teile des
nördlichen Querschiffes. Der kantige Bürgerturm aus rotem Backstein
ersetzte 1333 einen zuvor in die Weihnachtsmesse gestürzten Vorgänger
und büßte 1593 selbst seine Spitze ein. Um erneute Einstürze zu
vermeiden, bekam der verbleibende Stumpf ein Flachdach mit Balustrade.
Von dort hat man genießt man eine wunderschöne Aussicht über Ribe
und Umgebung, vorausgesetzt - man erglimmt die 52 m bzw. 248
Treppenstufen. Der kleine Turm an der Südseite könnte aus der Romanik
stammen, ist aber nur eine Rekonstruktion aus dem frühen 20. Jh.,
ebenfalls Ersatz für ein Einsturzopfer.
Vom Dom blickt man auf das "Hotel Den Gamle Arrest",
das auf eine langjährige Tradition als Beherbergungsbetrieb zurückblickt,
nur war die Logis nicht gerade freiwillig. Bis 1989 war hier das
städtische Gefängnis. Die meisten Zimmer sind in den geschmackvoll, aber
nur geringfügig umgestalteten Zellen eingerichtet.
Tønder
Über das Zentrum hinaus ragt der achteckige Turm der
Ende des 16. Jh. entstandenen Kristkirke, der noch von der abgerissenen
Vorgängerkirche stammt und lange als Seezeichen diente. Er besitzt knapp
über den Turmuhren markante Luftlöcher, in denen Stürme durchpfeifen
sollen, anstatt die Statik unter Druck zu bringen. Ein Seezeichen war
bis Mitte 16. Jh. notwendig, da Tønder bis dahin eine wichtige
Hafenstadt war. Erst als Deiche gebaut wurden, um die regelmäßigen
Überschwemmungen bei Sturmfluten zu stoppen, versandete die Zufahrt zum
Meer.
Tønder blieb aber weiterhin Handels- und Versorgungsort
der Region und erlebte im 17. Jh. wieder eine große Zeit mit
Spitzenklöppelei. Durch die Ausbeutung von bis zu 12.000
Heimarbeiterinnen wurden die Händler reich. Dies kann man deutlich an
den prächtigen Patriziervillen im Zentrum ablesen. Heute wird die
Spitzenklöppelei meist als idyllische Folklore dargestellt.
1920 sorgte Tønder für Aufmerksamkeit, weil die
Bevölkerung sich bei der Volksabstimmung über die nationale
Zugehörigkeit Südjütlands mit großer Mehrheit für Deutschland entschied.
Heute lebt die Stadt vom Grenzhandel mit all jenem, was Deutsche gerne
in Dänemark kaufen.
Mittelpunkt der Einkaufszone ist der Marktplatz
Torvet. An seiner Südostecke kann man in "Det Gamle Apotek" so richtig
in den Erzeugnissen des dänischen Kunstgewerbes schwelgen. Darunter ist
auch Weihnachtsschmuck, der auch im Hochsommer gekauft wird.
Am Marktplatz im alten Rathaus ist das örtliche i-Büro
untergebracht. Ihm gegenüber ermahnt eine Staupe-Figur an die Einhaltung
von Recht und Ordnung. Figuren dieser Art, in diesem Fall ist es ein
Vollstrecker mittelalterlicher Prügelstrafen in Gottofer Uniform, waren
früher in vielen Städten üblich.
Møgeltønder
Nicht weit von Tønder liegt Møgeltønder, in dem die
Zeit scheinbar stehen geblieben ist. Hauptattraktion ist das Schloss
Schackenburg. Dieses erstrahlt in neuem Glanz, weil es in Dänemark bei
Hochzeiten von Königskindern üblich ist, für ein "Volksgeschenk " zu
sammeln. Bei der Heirat von Prinz Joachim und seiner aus Hongkong
stammende Frau Alexandra im November 1995 kamen mehrere Millionen Kronen
für die Gebäude und Parkanlagen zusammen.
Gleich hinter dem Schloss beginnt am kulinarisch hoch
angesehenen "Schackenborg Slotskro" die lindenbesäumte Slotsgade.
Reetgedeckte Friesenhäuser, meist im 18. Jh. entstanden säumen rechts
und links die kopfsteingepflasterte Straße.
Sie endet neben der ursprünglich romanischen
Dorfkirche. Der in der Gotik angebaute Westturm diente vor der
Eindeichung der Marschen auch als Seezeichen. Es heute sehr
ungewöhnliches Detail war damals 1963 ganz normal: Die Turmuhr besitzt
nur einen Zeiger.
Auch auf der Insel Fuenen gibt es einige Leuchttürme zu sehen.
Leuchtturm Assens Insel Fuenen
Leuchtturm Helnæs Insel Fuenen
Leuchtturm Knudshoved Insel Fuenen
Schloss Egeskov bei Kværndrup Insel Fuenen
Eines der schönsten Wasserschlössern der Renaissance in
Europa ist Schloss Egeskov bei Kværndrup. Graf und Gräfin
Ahefeldt-Laurvig-Bille haben ihr Anwesen für den Tourismus geöffnet,
natürlich gegen Eintrittsgeld. Beim Bau des Schlosses m Jahre 1554
verschwand fast ein ganzer Eichenwald (dänisch Egeskov) im sumpfigen
Boden, um das Fundament des Schlosses zu bilden. Das Schloss hat einiges
zu bieten: Renaissancegarten mit zu Tierfiguren geschorenen
Buchsbaumbüschen, einen Bambus-Irrgarten, einen uralten, seit jeher
biodynamischen Kräutergarten.
In den Wirtschaftsgebäuden dominiert hingegen die
Technik: Landwirtschaftliche Geräte, Kutschen, Autos, Motorräder und
Flugzeuge verschiedener Epochen.
Zum Schluss kam eine Sammlung alter
Falck-Rettungsfahrzeuge hinzu.