Vom 12.07.2007 bis 17.07.2007 besuchten wir Dresden. Um es vorwegzunehmen:
Dresden ist eine wunderschöne Stadt und immer einen Besuch wert. Es gibt neben
den vielen Sehenswürdigkeiten tolle Hotels, eine empfehlenswerte Gastronomie mit
sehr freundlichem Service und moderaten Preisen. Alle Sehenswürdigkeiten sind
bequem zu Fuß oder dem öffentlichen Verkehrsmittel (S-Bahn) zu erreichen.
Hotel Radisson Dresden
Wir haben uns bei unserem Aufenthalt in Dresden aufgrund der sehr
guten Kritiken für das Radisson entschieden. Diese Wahl war genau
richtig. Es kann mit dem Auto sehr gut erreicht werden und hat einen
großen Parkplatz vor dem Haus. Das Hotel liegt in der Nähe der
Kreuzkirche und dem Altmarkt, in wenigen Minuten hat man zu Fuß die
Innenstadt erreicht. Auch die S-Bahnstation Pirnäischer Platz ist in
direkter Nähe. Also ideal als Ausgangspunkt.
Das Hotel ist sehr geschmackvoll eingerichtet und am Service gab es
nichts auszusetzen. Das Personal war sehr freundlich immer gerne bereit,
behilflich zu sein.
Das restaurierte ehemalige Gewandhaus hat über 90 im Biedermeierstil
eingerichtete Zimmer und Suiten in verschiedenen Größen. Es gibt
Allergiker- und behindertengerechte Zimmer, zudem ist ein
Internetanschluss vorhanden.
Die Frauenkirche war das Meisterwerk des
Ratszimmermeister Georg Bähr und entstand von 1726-1743. Die 95 m hohe
und 23,5 m breite Kuppel wurde zum Wahrzeichen des protestantischen
Stadt. Jahrzehntelang eine Ruine, Mahnmal für die Zerstörung Dresdens im
Zweiten Weltkrieg, begann 1993 der umstrittene Wiederaufbau. Ende
Oktober 2005 wurde die rekonstruierte Frauenkirche eingeweiht.
Die Unterkirche wurde vor dem eigentlichen Wiederaufbau
der Frauenkirche restauriert. So konnten dort im Vorfeld schon
Gottesdienste und Konzerte stattfinden.
Der Altar (ursprünglich von Johann Christian Feige)
wurde aus den Trümmern geborgen und trotz seiner Beschädigungen
wiederverwendet. Abgebildet sind dort unter anderem Jesus am Ölberg,
Moses mit Gesetzestafeln, Paulus mit Schwert und Buch, Philippus mit
Kreuz und Aaron mit Brustpanzer.
Eine Rekonstruktion der alten Orgel von Gottfried Silbermann aus dem
Jahr 1736 war aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich. So entschied
man sich für eine Orgel der Straßburger Orgelmanufaktur Daniel Kern, die
im September 2005 fertig gestellt wurde.
Der Altar und die Orgel bilden ein harmonisches Gesamtbild.
Rund um den Neumarkt bei der Frauenkirche wurde in den
letzten Jahren sehr viel gebaut. Die dabei entstandenen Häuserzeilen
entsprechen weitgehend den Grundrissen vor der Zerstörung Dresdens. So
entstanden z.B. mehrere Hotels mit Geschäften, Restaurants und Bars.
Auch die Salomonis-Apotheke wurde wieder neu errichtet. Dort war einst
Fontane Apothekergehilfe und Friedrich Adolf Struve erfand dort das
künstliche Mineralwasser.
Die Kreuzkirche wurde von 1764 bis 1792 errichtet und
gehört mit 3.500 Plätzen zu einer der größten evangelischen Kirchen
Deutschlands. Der 92m hohe Turm kann man besteigen, dort befindet sich
auch das zweitgrößte Geläut Deutschlands mit 5 Glocken.
Die Hofkirche St. Trinitatis ist mit 5.000 m² die
größte Kirche Sachsens und wurde zwischen 1738 und 1755 errichtet. Auf
den Balustraden befinden sich 78 Skulpturen von Lorenzo Matielli. Im
Inneren befindet sich das von Anton Raphael Mengs geschaffene größte
deutsche Altarbild "Himmelfahrt Christi". Hier befindet sich auch die
letzte und größte Silbermannorgel, an der der berühmte sächsische
Orgelbauer von 1750 bis 1753 gebaut hat. In der Gruft befinden sich
Sarkophage der Wettiner.
Das wieder aufgebaute Residenzschloss wurde über
mehrere Jahrhunderte immer wieder erweitert und verändert und im 17.
Jahrhundert als vierflügelige Renaissanceanlage umgebaut. Auffällig ist
vor allem der Hausmannsturm, der als größter Turm Dresdens dient. Das
Schloss beherbergt das "Grüne Gewölbe", die ehemalige Schatzkammer
Augusts des Starken.
Im Stallhof fanden einst Turniere und Hetzjagden zur
höfische Belustigung statt. Heute dient er als Kulisse für
Theateraufführungen und für "Churfürstliche Turniere" in historischen
Gewändern. Zum Hof in gibt es einen prächtigen Arkadengang (Langer Gang)
mit toskanischen Säulen.
An der Außenseite in der Augustusstraße befindet sich
der Fürstenzug der Wettiner, ein 102 m langes Wandbild aus Meissner
Porzellanfliesen. Es präsentiert die 800-jährige Geschichte des
sächsischen Herrscherhauses auf fast 25.000 Kacheln.
Der Zwinger ist ein weltberühmtes spätbarockes
Kunstwerk, das von Matthäus Daniel Pöppelmann aus Wesfalen gebaut wurde.
Ursprünglich diente er als "Festplatz unter freiem Himmel" für den
Staatsbesuch des dänischen Königs im Jahre 1709. Am Zwinger wurde über
zwei Jahrzehnte gebaut, die Sempergalerie wurde erst mehr als hundert
Jahre später hinzugefügt. Im Hof befinden sich Galerien und Pavillons in
spiegelbildlicher Anordnung. Die Glocken im Glockenpavillon sind aus
Meissener Porzellan und spielen zu festen Zeiten. Weitere
Sehenswürdigkeiten sind das Kronentor mit der vergoldeten Königskrone
und das Nymphenbad.
Die Semperoper gilt als eines der schönsten und
traditionsreichsten Opernhäuser der Welt. Es ist das zweite Opernhaus
von Gottfried Semper. Er lieferte 1870 die Pläne aus Wien, sein Sohn
Manfred leitete den Bau von 1871 bis 1878. 1945 wurde die durch einen
Bombenangriff zerstört. Nach einer historisch getreuen Rekonstruktion
wurde sie 1985 wieder eröffnet. Die Semperoper dient auch als nächtlich
beleuchtet Kulisse für eine Bierwerbung.
Auf dem Altmarkt, ein großer Platz, findet im Winter
der bekannte Weihnachtsmarkt statt. Der Dresdner Strietzelmarkt gehört
zu den ältesten Weihnachtsmärkten Dresdens. Er soll schon 1434
stattgefunden haben. Seit dem 23.04.2007 werden dort archäologische
Untersuchungen durchgeführt. Anlass für die Maßnahme ist der Bau einer
Tiefgarage unter dem Altmarkt. Um den Altmarkt herum befinden sich
die Kreuzkirche, der Kulturpalast und die in den 1950er Jahren gebauten
Häuserzeilen im "Stalinbarock" an der Ost- und Westseite. Dort befindet
sich auch die Altmarktgalerie, ein modernes Einkaufszentrum auf mehreren
Etagen und über 100 Läden.
Der monumentale Bau der Kunstakademie mit dem reichen
Figurenprogramm wurde um 1890 nach Plänen von Constantin Lipsus gebaut.
Auffallendstes Detail ist die Glaskuppel des Kunstvereins, auch Zitronenpresse
genannt. Auf der Kuppel befindet sich eine geflügelte Figur (Fama bzw.
Nike). An der Hochschule lehrten bekannte Künstler mit internationaler
Anerkennung, wie z.B. Canaletto, Gottfried Semper, Otto Dix, Ludwig
Richter, Gotthard Kuehl und Oskar Kokoschka.
Die Sekundogenitur ist die ehemalige Brühlsche
Bibliothek. Heute beherbergt es eine Gaststätte.
Die Brühlsche Terrasse ist heute die beliebteste
Flaniermeile Dresdens. Sie ist vom Schlossplatz über die große
Freitreppe zu erreichen, die von vier Figurengruppen gesäumt werden, die
die vier Tageszeiten darstellen. Die Brühlsche Terrasse ist als
Gartenanlage des Grafen Brühl Mitte des 18. Jahrhundert entstanden. Bis
1814 durften auf der Terrasse nur Adlige spazieren gehen. Östlich
gelegen befindet sich der Brühlsche Garten.
Die Münzgasse ist die Gastronomie- und Flaniermeile
zwischen Frauenkirche und Terrassenufer. Hier reihen sich auf beiden
Seiten Restaurants, Kneipen und Bistros mit ihren Terrassen aneinander.
Die Elbe und das Elbufer ist ein Stück Lebensgefühl für
die Dresdner. Die Elbwiesen werden von den Einwohnern zum Sonnenbaden,
Spazierengehen, Sport und Feiern intensiv genutzt. Alljährlich finden
dort im Sommer die Filmnächte statt. Das Elbufer ist auch Ausgangspunkt
für viele Ausflüge mit den Schiffen der Sächsischen Dampfschifffahrts
GmbH.
Die 316 m lange Albertbrücke ist eine von 4 Elbbrücken
der Dresdner Innenstadt, wurde 1877 gebaut und benannt nach König Albert
von Sachsen.
Eines der ungewöhnlichsten Gebäude in Dresden ist
sicherlich Yenidze (benannt nach einem türkischen Anbaugebiet). Das
Gebäude, das wie eine Moschee aussieht, war früher eine
Zigarettenfabrik. Es wurde von dem Dresdner Fabrikanten Hugo Zietz in
Auftrag gegeben und von 1907 bis 1912 von Martin Hammitzsch gebaut. Der
Bau besteht aus Minaretten, die die Aufgabe hatten, die
Belüftungsschächte und den Schornstein zu verkleiden und einer 62 Meter
hohen gläsernen Kuppel. Vor allem in der Abendsonne ein toller Anblick!
Beeindruckend ist immer wieder das Stadtbild von
Dresden, das man von den unterschiedlichen Standorten betrachten kann.
Weißer Hirsch nennt sich ein nobles Villenviertel im
Osten der Stadt. Der Ort ist Wohnsitz wohlhabender Bürger und bietet
eine tolle Aussicht auf das Elbtal. Am besten ist der Blick vom
Ausflugslokal Luisenhof oder der Bergstation der Standseilbahn. Der Name
geht wahrscheinlich auf ein ehemaliges gleichnamiges Gasthaus zurück.
Bekannt wurde der Weiße Hirsch auch als Kurbad. Ende des 19. Jh.
gründete der Arzt Heinrich Lahmann ein Sanatorium. Hier stand die
naturheilkundliche Behandlung mit Rohkost, frischer Luft und
Bewegung im Vordergrund.
Die Standseilbahn wurde mehrfach modernisiert und gilt
als eine der ältesten in Europa. Sie verbindet seit 1985 das Viertel
Weißer Hirsch mit der Talstation in Loschwitz. Der Höhenunterschied
zwischen den beiden Stationen betrag 95 Meter. Die beiden Wagen begegnen
sich auf der eingleisigen Strecke in der Mitte.
Es gibt auch noch eine Schwebebahn, die von Loschwitz hinauf nach
Brühlau führt. Die Bahn wurde 1901 in Betrieb genommen und ist die
älteste ihrer Art.
Das Blaues Wunder in Loschwitz ist eine 3500 t schwere
stählerne Hängebrücke, die schon 1893 in Betrieb genommen wurde. Sie
bekam sogar eine eigene Sondermarke der Post. Über die Namensgebung gibt
es verschiedene Geschichten. Eine davon erzählt, dass die Brücke früher
grün gestrichen war, jedoch der gelbe Farbanteil nicht lichtecht war. So
ist die Farbe so schnell verblichen, dass nur noch das Blau übrig blieb.
So könne man sein blaues Wunder erleben. Aber ob das stimmt ...?
Auf dem Rückweg vom Weißer Hirsch machten wir noch
einen Besuch beim Schloss Albrechtsberg. Es ist eines der drei
Elbschlösser, die sich am Elbufer aneinanderreihen.
Die Neustadt teilt sich in zwei Bereiche auf. Die
Äußere und die Innere Neustadt. Die Innere Neustadt, auch Neue
Königsstadt genannt liegt zwischen dem Elbufer und Albertplatz.
Hauptanziehungspunkte in diesem barocken Viertel sind die Einkaufsmeile
Königstraße, das Japanische Palais, das Hotel Bellevue und die
Dreikönigskirche.
Die barocke Dreikönigskirche wurde von 1732 bis 1739
erbaut. Erst im 19. Jh. kann der ca. 90 m hohe Turm dazu. Der Baumeister
der Frauenkirche, Georg Bähr hat den Innenraum der Kirche gestaltet.
Der goldene Reiter am Neustädter Markt zeigt August den
Starken als römischen Imperator. Dieses Reiterdenkmal steht seit 1736
auf einem Sockel und ist mit Blattgold überzogen. Es ist wohl die
bekannteste Skulptur Dresdens.
Eine weitere Attraktion des Viertels ist der sogenannte Canalottiblick.
Von dem Hügel neben dem japanischen Palais bietet sich der berühmte
Canalottiblick auf die Stadtsilhouette Dresdens. Bernardo Bellotto, der
auch Canaletto genannt wurde, malte 1748 das Bild "Dresden vom rechten
Elbufer unterhalb der Augustusbrücke".
Die Äußere Neustadt ist vorwiegend im Vorkriegszustand
erhalten und war schon zu DDR-Zeiten ein heruntergekommenes
Arbeiterviertel. Wer es sich leisten konnte, zog von hier weg. Statt
dessen wohnten dort immer mehr Künstler, Studenten aber auch Aussteiger,
Alternative, Unangepasste und Verweigerer. Es waren meist die, die sich
nicht ins sozialistische Raster fügen wollten. Nach der Wende wurde ein
Sanierungsplan erstellt. Seitdem wurde dort vieles renoviert.
Ein schönes Beispiel ist die Kunsthofpassage. Diese
verteilt sich auf mehrere Hinter- bzw. Innenhöfe, die künstlerisch
gestaltet sind und in denen es Geschäfte, Boutiquen und Kneipen gibt.
Die Künstler haben weiterhin die Fassaden phantasievoll gestaltet. Es
gibt dort z.B. Giraffen an den Häuserwänden oder auch Trompeten in
Verbindung mit einem Fassaden-Wasserspiel, womit ein Ambiente á la
Hundertwasser geschaffen wurde. Die Kunststoffpassage besteht insgesamt
aus 4 Innenhöfen, die Hof der Fabelwesen, Hof der Elemente, Hof des
Lichts und Hof der Metamorphosen heißen.
Die Martin-Lutherkirche-Kirche wurde aus Sandstein ab
1883 erstellt und gehört mit ca. 1.400 Sitzplätzen zu den großen Kirchen
Dresdens.
Die Welterbetour mit der Pirna, einem
Schaufelraddampfer der Sächsischen Dampfschiffahrt führte uns durch das
von der UNESCO als Welterbe aufgenommene Dresdner Elbtal von Dresden
Richtung Übigau, Pillnitz und wieder zurück.
Vorbei an der Dresdner
Altstadt, Schloss Übigau, an den drei Elbschlössern Schloss
Albrechtsberg, Lingner Schloss (Villa Stockhausen) und Schloss Eckberg,
ehemalige Elbdörfer Blasewitz und Loschwitz, Blaues Wunder, Kirche
"Maria am Wasser" und dem Schloss und Park Pillnitz. Eine wunderschöne
Fahrt.
In Dresden gibt es natürlich neben dem Radisson noch
viele weitere Hotel, so z.B. das Hilton, Maritim, Steigenberger und das
Kempinski Taschenbergpalais.
Die gute Gastronomie habe wir eingehend ja schon
erwähnt. Besucht haben wir unter anderem die Brauereigaststätte
Waldschlösschen, die Brauereigaststätte Watzke und das Freiberger
Schankhaus.
Quelle: City Guide: Dresden; DUMONT direkt: Dresden