Vom 29.11.1997 bis 14.12.1997 machten wir unseren ersten Besuch in Florida.
Nachstehend beschreiben wir die wichtigsten Stationen unserer Reise:
Orlando
Wer in Florida ist, muss unbedingt nach Orlando, um die Vergnügungsparks zu
besuchen. Der bekannteste Park ist wohl das Walt Disney World Ressort.
Hier wurde 1971 der Grundstein für die wohl größte, von Menschenhand geschaffene
Touristenattraktion der Welt gelegt. Hier arbeiten zeitweise bis zu 20.000
Menschen und laut Statistik war schon jeder zweite US-Amerikaner einmal
dort. Auf einem Gelände von mehr als 11.000 ha beherbergt der Vergnügungsbetrieb
vor allem drei große Themen Parks. Magic Kingdom Park, Disney MGM Studios und
Epcot.
Epcot steht für Experimental Prototype
Community of Tomorrow, was von Altvater Walt Disney ursprünglich mal als
Modell einer besseren Welt von Morgen gedacht war. Dort beherbergt heute neben
Future World das so genannte World Showcase, wo sich elf Pavillons
rund um die World Showcase Lagoon die Nationen von Mexico, China,
Italien, Japan, Frankreich, Marokko, Norwegen, Großbritannien, USA, Kanada und
Deutschland mit ihren Traditionen, Kulturen und Gebräuchen dem Besucher
präsentieren. Wer einen Anflug von Heimweh erleidet, was uns natürlich nicht
passiert ist, kann hier beim Ticken "echter" Schwarzwalduhren Bier und Brez'n
genießen.
Die Attraktionen von Future World haben so
klangvolle Namen wie Communicore, Universe of Energy, World of Motion, Horizons,
The Wonder of Live, The Living Seas und The Land. Die bekanntesten aber sind Spaceship Earth und Kourney Into Imagination.
Wer ein Fan des amerikanischen Kinos ist, für den sind die Universal Studios
Pflicht. Neben einer Begegnung der vierten Art mit niemand Geringerem als E.T.
oder King Kong steht hier ein Rendezvous mit Feivel, dem Mauswanderer, sowie mit
den Helden aus Back to the Future und Ghostbusters auf dem Besuchsprogramm. Aber
auch Fernsehgrößen wie Barney Geröllheimer und Fred Feuerstein von den FLintstones sind in den Studios, die nach wie vor zu Produktionen genutzt
werden, zu Hause. Zudem hatten wir das Vergnügen, dem Weißen Hai zu begegnen, der
dort immer noch seine Runden im Wasser dreht.
Besuch des Kennedy Space Center Orlando Florida
Everglades National Park
Die Everglades, von der Unesco zur
International Biosphere Reserve ernannt, sind sicherlich eines der
erstaunlichsten Naturwunder der Erde. Auf Tausenden von Quadratkilometern
herrscht Sumpfwildnis, die unzähligen Tier- und Pflanzenarten zur Heimat wurden,
die anderorts bereits ausgestorben sind. Endlose weite (ever), mit
Gräsern und Binsen bestandene, offene Flächen (glades) bilden das
Kernstück des Nationalparks. Pa-hy-okee nannten die Indianer die Sümpfe sehr
treffend, "Fluss aus Gras", denn anders als in normalen Sumpfgebieten steht das
Wasser hier nicht still, sondern es fließt unendlich langsam von Norden nach
Süden. So sind die Everglades tatsächlich der breiteste (80 km), flachste (15
cm) und langsamste Fluss des amerikanischen Kontinents.
Vor dem Besuch des Parks sollte
man erst einmal das "Main Visitor Center", das am Haupteingang liegt, besuchen.
Dort erhält man wertvolle Informationen und auch die aktuellen
Hinweise zur Moskito-Situation. Die Moskitos sind die wahren Herrscher der
Everglades. In der feuchten Jahreszeit, besonders in der Dämmerung und bei
stehendem Wasser tanzen sie zu zehntausenden in der Luft und laben sich am Blut
unvorsichtiger Touristen. Ein Besuch der Everglades im Juli oder August ohne
wirksames Mückenschutzmittel kann für empfindliche Menschen nur mit überstürzter
Flucht enden. Wir trafen bei unserem Besuch glücklicherweise sehr wenig
Moskitos an.
Vom Haupteingang können dann
Touren verschiedener Länge unternommen werden. Auf nahe gelegenen Trails werden
einzelne Naturregionen besonders erklärt. Auf dem Anhinga Trail sieht man
Reiher, Wassertruthähne und im Winter Alligatoren. Dort liegen die Alligatoren
dann manchmal am Weg, so dass man aufpassen muss, nicht über sie zu stolpern.
Der Gumbo-Limbo-Trail führt durch Paradise Key. Hier sieht man einen
Querschnitt durch die Pflanzenwelt der Everglades. Im Pinelands stehen
Floridakiefern und Palmen. Am Py-hay okee Overlook kann man die Ausmaße
der sumpfigen Graslandschaft ermessen. Der Mahongany Hammok Lehrpfand
erklärt den Begriff des Hammok, der nicht etwa eine Hängematte meint, sondern
eine Erhebung mit Baumbestand. Im Famingo Visitor Center am Südzipfel der
Halbinsel ereicht man die Küste.
Amelia Island
An der Grenze des Bundesstaates
Georgia oberhalb von Jacksonville erreicht man über eine Brücke Amilia Island.
Dies ist eine 20 km lange und 4 km breite Ferieninsel mit einsamen Sandstränden
und ausgedehnten Dünen entlang der Atlantikküste. An der Nordwestküste liegt
Fernandina Beach, der mit 9000 Einwohnern einzige größere Ort der Insel. Viele
viktorianische Häuser und Villen erinnern noch an die Blütezeit. Angesichts der
weithin bekannten gepflegten Golf- und Tennisanlagen erscheint es heute kaum
glaubhaft, dass hier einmal ein Schlupfwinkel für Piraten und Schmuggler lag.
Dass für hierher erfuhren, lag daran, dass wir hier die Villa Kunterbunt von Pippi
Langstrumpf (allerdings nur von außen) besichtigen wollten. Die Dreharbeiten zu
den Verfilmungen des Kinderbuchklassikers fanden nämlich nicht in Schweden,
sondern hier statt.
Sanibal Island
Vor Fort Myers Beach liegen die
wie ein Angelhaken gebogenen Inseln Captiva und Sanibel. Sanibel Island
ist die größte und bekannteste der Barrier Islands, die den natürlichen
Mündungshafen des Caloosahatchee River zwischen Fort Myers und Cape Coral zum
Golf von Mexico hin schützen. Da dieses Gebiet nur schwer schiffbar ist, lag
hier früher ein beliebter Piratenschlupfwinkel.
Bekannt ist Sanibal Island durch
die Muscheln, die es entlang der Strände zu finden gibt. Es gibt dort über 400
Arten. Und so ist Sanibal Stoop schon zum geflügelten Wort geworden - die
typische, gebeugte Haltung des shunters (kurz für shell hunter), also
Muschelsammler. Diese kommen aus aller Welt hier her, um kurz nach Sonnenaufgang
den Strand nach Kostbarkeiten absuchen, die die erste Flut dort abgeladen hat.
So früh waren wir natürlich noch nicht da :-).
St. Augustine
St. Augustine, heute ein Städtchen
mit rund 12.000 Einwohnern, das überwiegend vom Tourismus lebt, wirbt damit, die
älteste von Europäern besiedelte Stadt in Nordamerika zu sein. Das massive,
viereckige Fort Castillo de San Marcos, das am Matenzas River wacht,
wurde von 1672 bis 1695 erbaut, nachdem mehrere aus Holz errichtete Vorläufer
abgebrannt waren. Vom Platz vor dem Fort aus kann man eine gemütliche
Besichtigungstour durch die Altstadt unternehmen. Durch ein rekonstruiertes
Stadttor betritt man das historische Viertel. An der St. George Street liegen
einige der ältesten Gebäude von St. Augustine. So zum Beispiel das Oldest
Store Museum, bei dem man im 19 Jh. vom Geschirr bis zum
landwirtschaftlichen Nutzfahrzeug alles, was das Herz begehrte, erhielt.
Zwischen dem Freilichtmuseum und dem alten Stadttor liegt das Oldest Wooden
Schoolhouse aus dem Jahre 1750, das als eines der ältesten in den USA gilt.
Automatische Puppen beleben die Szene, die sich dem Besucher darbietet. Auch
eine Schulküche der Zeit kann bewundert werden. Oldest House, also das
älteste Haus der Stadt, liegt im Süden der Altstadt. Das Haus stammt aus dem
frühen 18. Jh. und wurde im Stil der verschiedenen Epochen seither möbliert.
Florida Keys
Die Keys, südlich von Miami, bestehen aus unterschiedlich großen Koralleninseln. Sie
sind durch den "Overseas Highway" US-1, der über 42 Brücken und zahlreiche künstliche Dämme
führt, miteinander verbunden. Bei der Fahrt über die sogenannte Seven Miles Bridge
fühlt man sich mit etwas Phantasie, als schwebe man zwischen Himmel und Meer.
Der Name der ca. 240 km langen
Inselkette rührt nicht - wie man irrtümlich annehmen könnte - vom englischen key.
also Schlüssel her, sondern vom alten spanischen cayo, was so viel heißt
wie kleine Insel.
Über 180 km muss man zurücklegen um nach Key West, der
Stadt am Südwestende der Keys zu gelangen. Hier markiert, am Southernmost Point, eine
überdimensionale Betonboje den südlichsten Punkt der USA. Bis nach Kuba sind es dann nur noch 144
km.
1822 baute man die Südspitze als Flottenstützpunkt aus und um 1870 war sie durch
ihren blühenden
Hafen die größte und reichste Stadt Floridas. Heute noch stößt man hier auf
stattliche
"Conch"-Häuser.
In Key West befindet sich das Ernest Hemingway Home & Museum. 1931 kaufte der
Schriftsteller
das im spanischen Kolonialstil erbaute Haus wo sich heute das Museum befindet.
Im Key West Aquarium kann man Riesenschildkröten, Florida-Hummer, Barracudas und
viele
andere spektakuläre Meeresbewohner bestaunen und im Mel Fisher's Treasury
Exhibit sind die
Bergungsstücke von spanischen Galeonen ausgestellt.
Das Key Largo National Marine Sanctuary ist das noch einzig lebende Korallenriff
der nationalen
USA.
Auf Grassy Key, im Dolphin Research Center, wurde die Fernsehserie "Flipper"
gedreht.