Unseren Urlaub im September verbrachten wir auf Deutschlands größter
Insel Rügen. Übernachtet haben wir im Inselhotel Rügen in Göhren. Das
Hotel liegt sehr ruhig in einer Seitenstraße ohne Durchgangsverkehr.
Trotz der ruhigen Lage ist es nicht weit zum Ortskern und zum Strand.
Das Inselhotel wurde 1997 gebaut und bietet 30 Zimmer und ein kleines
Frühstücksrestaurant.
Wir wohnten in einem 2-Raum-Appartment mit einem Eckbalkon. Auch eine Pentryküche
mit Kühlschrank war mit ihm Raum.
Von unserem Balkon hatten wir, trotz einiger Bäume, eine schöne Sicht
auf die Ostsee.
Göhren
Göhren, mit seinen rund 1.300 Einwohnern, wurde 1165 das erste mal
urkundlich erwähnt. Das Ostseebad liegt auf der Halbinsel Mönchgut.
Göhren hat eine sehr schöne Uferpromenade mit einem 7 km langen
Sandstrand. Der Nordstrand von Göhren ist einer der schönsten Strände
Rügens. Die 270 m lange Seebrücke wurde in den 1990er Jahren wieder neu
errichtet.
Die mit rotem Backstein gebaute Kirche von Göhren ist einer der
jüngsten Kirchen der Insel Rügen. Der Grundstein wurde 1929 gesetzt,
geweiht wurde sie 1930. In den letzten Jahren wurde einige Veränderungen
vorgenommen. Es wurde ein Gemeinderaum eingerichtet, eine digitale
Konzertorgel installiert und der Altarraum neu gestaltet.
Ein Teil des Hotel Hanseatic ist der frei zugängliche 26 m hohe Aussichtsturm.
Von dort hat meine einen tollen Blick über das Meer und über die
Landschaft der Insel Rügen.
Es gibt in Göhren viele Restaurants. Es war, selbst im September, gar
nicht immer leicht, dort einen Sitzplatz zu bekommen. Unsere zwei
bevorzugten Restaurants waren: Das Gasthaus Mönchgut ist das älteste
Gasthaus Göhrens, wurde 1870 erbaut und hat eine eigene Fischräucherei.
Das Restaurant Caprice bietet mediterrane und regionale Küche und hat
sich für uns als Geheimtipp herausgestellt.
Rasender Roland
Eine der Attraktionen ist sicherlich der Rasender Roland, eine
dampflokbetriebene Schmalspureisenbahn mit 750 mm Spurweite. Sie fährt
von Göhren über Baabe, Sellin, Binz bis nach Putbus. Seit 1895 verbinden
sie mit ca. 30 km/h die genannten Orte miteinander. Da auch während
unserer Anwesenheit sehr viel Autoverkehr auf der Insel war, haben wir
uns ein Wochenticket gekauft und viele unserer Ausflüge mit dem Rasenden
Roland unternommen.
Putbus
Auch Putbus besuchten wir mit der Bahn.
Zentraler Punkt in Putbus ist sicherlich der Circus. Dies ist ein
großer, runder Platz, um den weiße, zwei- bis dreigeschossige Häuser
angeordnet sind. In der Mitte steht ein 19 m hoher Obelisk. Nicht weit
entfernt, direkt neben dem Theater, ist der Marktplatz. Früher waren
dort Handelsbetriebe angesiedelt.
Als nächstes besuchten wir den 75 ha großen Schlosspark. Dieser wurde
um 1725 von dem Grafen Moritz Ulrich I. nach dem Vorbild von Sanssouci
angelegt. Vom Schloss ist leider nichts mehr vorhanden, da es 1964
abgerissen wurde. Im Park gibt es noch ein Fasanen- und Affenhaus
und das Rügener Puppen- und Spielzeugmuseum. Um den Schwanenteich lässt
sich ein schöner Spaziergang unternehmen.
Dabei kann man gut die Enten beobachten.
Am Rande des Parks liegt die Schlosskirche. Diese entstand
1891/1892 aus dem Umbau des Kursalons und des Anbaus eines Kirchturms.
Vom Schwanenteich im Schlosspark haben wir ein schönes Panorama-Foto
gemacht.
Jagdschloss Granitz
In der Nähe von Binz befindet sich das Jagdschloss Granitz. Es liegt
auf dem 105 m hohen Tempelberg mitten in einem 1000 ha. großen
Waldgebiet. Es ist gut zu Fuß vom Bahnhof aus zu erreichen. Auch eine
Pferdekutsche fährt dorthin.
Das Schloss wurde zwischen 1838 bis 1846 gebaut. Auftraggeber war der
Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus. Heute wird es als Museum benutzt.
Einen traumhaften Panoramablick in alle Richtungen hat man von der
145 m hohen Aussichtsplattform. Voraussetzung ist jedoch, dass erst mal
alle Stufen zum Dach des Turmes bezwungen werden.
Sellin
Sellin (slawisch: grünes Land), das einst ein Fischerdorf war, zählt
heute, neben Binz und Göhren, zu den bedeutendsten Badeorten auf Rügen.
Eines der Highlights ist die 1906 fertig gestellte Landungsbrücke. Auf
dem 500 m langen Landessteg findet auch ein Brückenrestaurant Platz.
Kap Arkona
Kap Arkona ist eine 45 m hohe Steilküste auf der
Halbinsel Wittow im Norden Rügens.
Der kleinere der beiden Leuchttürme auf Kap Arkona, auch Schinkelturm genannt, wurde
1826/27 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel in Backsteinbauweise
gebaut und in Betrieb genommen. Der rund 19 m hohe Leuchtturm, der nach
dem Travemünder Leuchtturm der zweitälteste Leuchtturm an der deutschen
Ostseeküste ist, wurde am 31.März 1905 außer Dienst gestellt. Heute
finden dort Hochzeiten statt. Der größere Leuchtturm wurde 1901/02
direkt daneben gebaut und ist 35 m hoch. Früher bestand die
Leuchteinrichtung aus Kohlenbogenlampen, seit 1995 aus einer
Halogenmetalldampflampe.
Das Leuchtfeuer Ranzow ging am 01.04.1905 zusammen mit dem neuen
Leuchtturm Arkona in Betrieb. Der Turm hatte seinen Standort auf der
Halbinsel Jasmund. Nach der Außerbetriebnahme zum 01.10.1999 wurde der
Leuchtturm 2002 abgebaut, renoviert und seit dem 02.10.2004 als
Zeitzeugnis des deutschen Seewesens vom Anfang des 20. Jahrhundert am
Kap Arkona gezeigt.
Der 1927 aus Ziegeln gebaute Peilturm diente als Seefunkfeuer. Heute
wird er als Museum und Atelier genutzt.
Vitt
Zu DDR-Zeiten gehörte Vitt zu den exklusivsten Urlaubszielen. Heute
jedoch ist es Ausflugsziel wahrer Touristenströme. Das Dorf besteht aus 13
dicht aneinander stehenden rohrgedeckten Katenhäusern.
Nicht weit vom Ort steht die Kapelle von Vitt, die Gotthard Ludwigs
Anfang des 19. Jh. erbauen ließ.
Köhnigsstuhl / Stubbenkammer
Im Nationalpark Jasmund befindet sich auf dem 117 m hohe Königsstuhl.
Dort befindet sich auch das Nationalpark-Zentrum.
Seit mehr als 300 Jahren befindet sich auf ihm eine 200m² hohe
Plattform, von der aus man die Küstenlinie überblicken kann. Fast noch
beeindruckender ist die nicht weit gelegene, von König Wilhelm am
10.06.1865 benannte, Victoria-Sicht.
Binz
Unser Ausflug nach Binz erfolgte natürlich mit dem "Rasenden Roland".
Ausgangspunkt für unseren Spaziergang durch Binz war somit natürlich der
Bahnhof von Binz.
Binz, früher ein verschlafenes Fischer- und Bauenrdörfchen entwickelte
sich 1875, als das Baden am Meer in Mode kam, zum Ostseebad. Das
Ortsbild veränderte sich, als die Strandpromenade, die Seebrücke und das
Kurhaus gebaut wurde.
Am Schmachter See, der an den Park der Sinne anschließt, konnten wir
Schwäne und Enten beobachten.
Halbinsel Zudar
Auch auf Rügen gibt es abseits der großen Ostseebäder und dem
Touristentrubel noch ruhige und naturbelassene Ecken. Eine davon ist die Halbinsel Zudar,
die sich im Südosten Rügens befindet.
Dort findet man auch ein Seezeichen.
Badehaus in der Goor
Ein Ausflug führte uns am Fürstlichen Badehaus in der Goor vorbei.
Der Grundstein für dieses Badehaus wurde 1817 auf Initiative des Fürsten
Malte zu Putbus gelegt. Heute beherbergt es ein Wellness-Hotel.
Groß Schoritz
In Groß Schoritz liegt das Geburtshaus von Ernst Moritz Arndt, einem
Dichter, Freiheitskämpfer und Abgeordneter der Frankfurter
Nationalversammlung.
Stralsund
Stralsund mit ca. 70.000 Einwohnern wurde von der UNESCO als
Weltkulturerbe erklärt und gilt als das Tor zu Rügen. Die einst mächtige
und reiche Hansestadt zeigt auch heute noch ihre prächtigen Bauten.
Auf den Giebeln des Stralsunder Rathauses aus dem 14. Jh. zieren die
Wappen der damals verbunden Hansestädte Hamburg, Lübeck, Rostock, Wismar
und Greifswald.
St. Nikolai ist die älteste der drei Stralsunder Pfarrkirchen. Im
Jahre 1276 wurde sie erstmals erwähnt. Benannt wurde die Kirche nach dem
hl. St. Nikolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer. Sehenswert ist unter
anderem der hölzerne Holzaltar, der 12 m hoch ist und über 100
geschnitzte Figuren enthält. Ein Blickfänger ist auch die im Ostseeraum
älteste, fast vollständig erhaltene astronomische Uhr, die 1394 durch
Nicolaus Lillienveld gebaut wurde.
In der Ausstellung der Modellbauwerkstatt wurde u.a. viele
historische Gebäude Stralsunds maßstabsgerecht und detailgenau
nachgebaut. Auch einige Leuchttürme sind zu sehen.
Natürlich besuchten wir auch den Hafen von Stralsund.
Stralsund ist der Heimathafen des 1944 gebauten Segelschulschiffs Gorch Fock I.
Diese wurde im 2. Weltkrieg versenkt, aber 1947 wieder gehoben. Nach der
Instandsetzung wurde sie von der sowjetischen Marine betrieben und fuhr
unter dem Namen SSS Tovarishch. Seit 2003 liegt sie wieder in Stralsund.
Wir habe sie natürlich auch von innen besichtigt.
Nicht weit davon lag das Segelschiff Aphrodite. Das Segelschiff ist
relativ neu und bietet Platz für 16 Passagiere.
Sassnitz
Sassnitz wurde 1482 erstmals geschichtlich erwähnt. Es wahr Anfang
des 19. Jh. eines der bedeutendsten Rügener Seebäder. Viele
hochgestellte Persönlichkeiten aus aller Welt suchten dort Erholung.
Berühmte Besucher waren u.a. Theodore Fontane und der Wiener Komponist
Johannes Brahms. Bekannt ist auch der Spruch von Fontanes Romanfigur
Effi Briest: "Nach Rügen heißt nach Sassnitz reisen". Der Badetourismus
wurde jedoch durch die Kreide- und Fischindustrie allmählich abgelöst.
Wirtschaftlicher Aufschwung der Stadt wurde neben dem Anschluss an
das Eisenbahnnetz im Jahre 1981 vor allem durch den Bau des Fährhafens
bewirkt. Die internationalen Fährrouten gehen nach Schweden, Dänemark.
Litauen und in die Russische Föderation. Neben den Ausflugsschiffen und
Fischerboten liegt dort auch das britische U-Boot HMS Otus, das
besichtigt werden kann.
In Sassnitz gibt es auch ein Schmetterlingshaus, das im Juli 2003
eröffnet wurde. Ideal sind hier die Lebensbedingungen der
südamerikanischen Faltern. Denn durch den hohen UV-Anteil und das
besondere Licht an der Küste sind die Bedingungen ähnlich ihres
natürlichen Lebensraumes.
Prora
Prora - hier sollte damals Hitlers "Bad der Zwanzigtausend"
entstehen. Eines, von vielen nationalsozialistischen Seebädern, sollte
auf einer Länge von 6 km Platz für 20.000 Urlauber bieten. Mit
Gemeinschafthäusern, Cafés, Kinos, Läden, Freizeitanlagen, Restaurants
und einem großen Festplatz sollte für alles gesorgt sein. Das Seebad
wurde aufgrund des Zweiten Weltkrieges jedoch nicht fertig. Übrig
geblieben sind jedoch die riesigen Gebäudekomplexe als ein Stück
Zeitgeschichte. Im NVA-Museum wird auf 1.500 m² die militärische Nutzung
des Geländes von 1942 bis 1992 gezeigt.
Groß Zicker
Groß Zicker, ein kleines Fischerdorf, liegt am Zicker See. Der Name,
vom slawischen "Sikor" abgeleitet, bedeutet soviel wie "Meisenort".
Ein historisches Baudenkmal ist die Backsteinkirche aus dem 14. Jh.
mit ihren bunten Glasfenstern.
Das 1723 gebaute Pfarrwitwenhaus, ein Lehmfachwerkhaus mit einem tief
heruntergezogenen Rohrdach, ist eines der ältesten Gebäuden auf Mönchgut.
Lobbe Wasserschöpfwerk
Das Wasserschöpfwerk Lobbe in der Nähe von Middelhagen ist ein
technisches Denkmal der Produktionsgeschichte. Es wurde um 1920 erbaut
und 1955 außer Betrieb genommen. Das Pumpwerk hatte die Aufgabe, die
vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Gebieten zu entwässern.
Middelhagen
Middelhagen, das um 1250 erstmals urkundlich erwähnt wurde, war im
Mittelalter Verwaltungssitz des Mönchguts. Middelhagen hat einiges zu
bieten: Hingucker ist das interessant gestaltete Haus von "Mönchgut
Keramik". Die Brasserie & Cafe "Zum Froschkönig" können wir auch
empfehlen. Es gibt dort tollen hausgemachten Kuchen. In Mittelhagen
steht auch ein Schulmuseum, das 1830 erbaut wurde. Bis 1962 wurde dort
unterrichtet. Es stehen dort immer noch Schulbänke aus der Zeit von
1824.
In Middelhagen steht das "Gasthaus Zur Linde", das unter dem Namen
"Zum Störtebeker" aus der TV Serie "Ein Bayer auf Rügen" bekannt wurde.
Die evangelische St.-Katharinen-Kirche wurde um 1450 erbaut und
enthält den ältesten Schnitzaltar Rügens, der um 1480 entstand. In der
Kirche hängt das Schiffsmodell einer Brigg vor 1842. Interessant sind
auch die Deckenleuchter.
Prerow
Ein Ausflug führte uns runter von der Insel nach Prerow. Prerow
liegt auf dem Darß im Norden von Mecklenburg-Vopommern. Der Darß ist ein
Tel der Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst. Dort parken wir unser Auto
und mieteten uns ein Fahrrad.
Darsser Ort
Das Fahrrad war die einzige Möglichkeit, um zu dem Leuchtturm Darsser
Ort zu kommen. Der 35 m hohe Leuchtturm wurde 1848 erbaut und sendet
sein Licht über 40 km auf die Ostsee hinaus.
Barhöft
Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher nach Barhöft. Wir hofften
dort noch einen Leuchtturm zu finden. Es existierte jedoch nur noch ein
relativ neuer Aussichtsturm. Das 1936 erbaute 15 m hohe Leuchtfeuer
wurde leider demontiert.
Vom Aussichtsturm Barhöft konnten wir eines der Leuchtfeuer auf der
gegenüberliegenden Insel Bock sehen.
HDR-Bilder
Während unseres Aufenthaltes machten wir einige
HDR-Bilder (High Dnamic Range). Dabei werden von einem Motiv
unterschiedlich belichtete Aufnahmen gemacht und diese anschließend
zusammengefügt. Als Ergebnis bekommt man ein Bild mit sehr hohem
Kontrastumfang.
Quelle: DUMONT - Rügen & Hiddensee mit Stralsund,
Wikipedia