Am 29.01.2002 starteten wir unsere Reise in Stuttgart
mit Hapag-Lloyd. Damit die Fluggesellschaft die Kapazitäten voll
ausnutzen kann, mussten wir in Lanzerote zwischenlanden. Dort stiegen
zuerst die neuen Urlauber aus und die alten Urlauber für den Rückflug
ein. Da die neu hinzu gestiegenen Fluggäste schon die Plätze zugeteilt
bekommen hatten, auf denen wir noch saßen, kam es zu einigen
Verwirrungen. Dieser Zwischenstopp kostete uns gut eine Stunde.
In Teneriffa (Flughafen Teneriffa-Süd) angekommen, konnten wir uns ohne
lästige Passkontrolle sofort zur Gepäckausgabe begeben. Nach kurzer
Wartezeit gingen wir mit den Koffern zum "TUI-BUS", der uns dann zum
Hotel bringen sollte. Nach ca. 30-45 Minuten hatten wir dieses auch
erreicht. Bis dahin steuerten wir einige Hotels, vor allem in Playa de las Americas, an.
Dieses Gebiet ist jedoch nur für diejenigen zu empfehlen, die dem Trubel ähnlich
wie auf Mallorca etwas abgewinnen können. Wir waren jedoch froh, dort nicht
absteigen zu müssen.
Hotel RIU Arecas in Coste Adeje
Unser Hotel, das
Hotel RIU Arecas in Costa
Adeje, können wir nur empfehlen. Sowohl die Anlage, als auch die Zimmer, das Essen
und der Service entsprach unseren Vorstellungen.
Auch über das Wetter konnten wir uns nicht
beklagen. Wir hatten die meiste Zeit blauen Himmel mit viel Sonnenschein und
Temperaturen von 20 bis 24 Grad.
Für die gesamte Zeit unseres
Aufenthaltes hatten wir einen Mietwagen gebucht, um die Insel genau kennen zu
lernen.
1. Tag
Am ersten Tag fuhren wir einmal um die ganze Insel
rum, um so ein bisschen ein "Gefühl für die Insel" zu bekommen und
festzustellen, wo es sich lohnt, länger zu verweilen.
Playa de las Teresitas
Beeindruckend war hier der Strand
Playa de las
Teresitas bei San Andres. Dies ist der Hausstrand von Santa Cruz und zugleich
der schönste Strand der Insel. Ein absoluter Geheimtipp! Hier halten sich vor
allem die Einheimischen auf. Der für Teneriffa ungewohnte helle Sand kommt aus der Sahara und von Fuerteventura. Am Strand gibt es Schatten spendende Palmen,
Süßwasserduschen und einige Kioske. Es bleibt zu hoffen, dass dort keine
sterilen Hotelanlagen gebaut werden, damit der einmalige Flair dieses Strandes
lange erhalten bleibt.
Zwischen Teresitas und Taganana
Ein weiteres Highlight ist die Siedlung Taganana
(Land der Felsen), das durch eine abwärts führende Serpentinenstrecke zu
erreichen ist. Auf dem Weg zwischen Teresitas und
Taganana hat man teilweise eine wunderbare Aussicht auf die Terrassenfelder.
Roque de las Bodegas
Fährt man noch etwas weiter, erreicht man den Ort
Roque de las Bodegas direkt an der Küste. Hier gibt es viele Fischlokale und eine Bucht mit
teilweise recht hohem Wellengang. Der Strand besteht aus wenig Sand und vielen
Kieselsteinen. Ein Fußweg führt zu einem vorgelagerten Felsblock, der jedoch nur
bei niedrigem Wellengang zu erreichen ist.
2. Tag
Pico del Teide
Am zweiten Tag fuhren wir zum
Pico del Teide.
Insgesamt führen drei Straßen dorthin, die alle recht gut ausgebaut sind. Der
Weg zum Teide-Nationalpark führt dabei anfangs durch einen Pinienwald. Je höher
man kommt, desto spärlicher wird die Vegetation, die dann nur noch im Wesentlichen aus ein paar Büschen besteht.
Der Pico del Teide ist mit 3718 Metern die
höchste Erhebung Spaniens. Dieser Vulkan hat der gesamten Insel seinen Stempel
aufgedrückt. Der verheerendste Ausbruch fand 1706 statt. Dabei wurden große
Teile der reichen Hafenstadt Garachico von der Lavawalze begraben. Der
letzte Ausbruch erfolgte 1909 oberhalb von Santiago del Teide. Dieser erreichte
jedoch keine menschlichen Siedlungen.
Wir sind mit der Seilbahn auf den Pico del Teide gefahren. Der Fahrpreis betrug pro
Person 18,50 €. Die Aufenthaltsdauer ist auf eine Stunde begrenzt. Den Krater
darf man allerdings nur mit vorheriger Genehmigung besteigen.
3. Tag
Loro Parque
Ein besonderes Erlebnis war unser Ausflug in den
Loro Parque (Porto de la Cruz) mit der größten Papageiensammlung der Welt. Es machte viel Spaß, in
dem 135.000 qm großen botanischen Garten auf Entdeckungsreise zu gehen.
Der Park bietet noch weitere Attraktionen:
Thai-Dorf, Koi-Karpfen, Gorillas, Pinguine, Seelöwen, Affen, Pelikane,
Papageien-Babystation, Natura-Vision (Kino), Flamingos, Orchideenhaus,
Alligatoren, Jaguare, Kraniche, Loro-Show mit Papageien, Riesenschildkröte,
Tigerinsel, Delphinshow, Aquarium und ein Porzellanmuseum.
Uns haben besonders die Pinguine, die Loro-Show
mit den Papageien und die beiden Shows mit den Seelöwen und den Pinguinen
gefallen. Das absolute Highlight ist das Aquarium. Hier kann man alle Arten von
Fischen bestaunen. Die Aquarien sind teilweise sehr farbenfroh gestaltet. Bei einem
Durchgang durch einen Tunnel schwammen neben und oberhalb von uns riesige Haie, die
wir somit in nächster Nähe betrachten konnten.
Da der Park sehr groß ist, sollte man dafür schon
einen ganzen Tag einplanen.
Masca
Die Rückreise führte uns dann nach
Masca. Dieses
kleinste Dorf liegt im Westen Teneriffas, im Teno-Gebirge. Es war bis vor
einigen Jahren nur mit Hilfe von Eseln zu erreichen. Heute gibt es glücklicher
Weise eine asphaltierte Straße. Die Fahrt auf der engen, kurvenreichen und teilweise sehr steilen
aber gut befestigten Straße ist ein kleines Abenteuer. Der Ort und sein Panorama
sind ein einmaliges Erlebnis, das sich jeder Teneriffaurlauber ansehen sollte.
4. Tag
Pyramiden Von Güimar
Dieser Tag begann mit einem Besuch in Güimar. Dies
ist der Ort der rätselhaften Pyramiden. Erforscht wurden diese von dem
Abenteurer und Ethnologen Thor Heyerdahl, der vor allem durch
seine Fahrt mit der Kon-Tiki bekannt wurde. In einem sehr interessanten Filmbeitrag werden
unter anderem folgende Fragen aufgeworfen: Hat es vor Kolumbus zwischen der Antiken
und der Neuen Welt Kontakt gegeben? Sind die Pyramiden Beweisstücke paralleler
Kulturen? Ist es möglich gewesen, den atlantischen Ozean mit Binsenbooten zu
überqueren? Ein interessanter Ort, um sich an den
Spekulationen über die Entstehung und Bedeutung der Pyramiden von Güimar zu
beteiligen.
Weiter ging es nach Arafo. Dieses Dorf liegt in
Sichtweite von Güimar und wurde beim Wettbewerb zum "Schönstes Dorf in Spanien"
mehrfach auf die vorderen Ränge gewählt. Da wir direkt in der
Mittagspause dort waren, konnten wird leider nicht die Spezialität der Bäcker
genießen. Diese backen morgens und abends nämlich süße Teigtaschen (truchas).
Der Teig dieser Taschen besteht aus Mehl, Wasser, Salz und Öl. Die Füllung aus
Süßkartoffel, Mandel, Zucker, Zitrone, Zimt und Anis.
Candelaria
Unsere Kaffeepause mit Cappuccino und leckerem
Kuchen legten wir in Candelaria ein. Die etwas abseits vom Trubel gelegenen
Bäckereien, in denen auch viele Einheimische verkehren, sind unser Geheimtipp.
Candelaria ist ein Fischerdorf mit einem interessanten Gesamtbild: Strahlend
weiße Häuser im Kontrast zu dem Schwarz des Lavastrandes. An der Plaza de la
Patrona des Canarias liegt die Basilika mit dem weithin sichtbaren Kirchturm.
Sie ist der Lichtmeß-Madonna Candelaria geweiht, der Schutzpatronin der
Kanarischen Inseln. Zur Meerseite hin stehen neun grünliche Bronzestatuen, die
1993 vom kanarsichen Künstler José Abad geschaffen wurden.
Granadilla de Abona
Zurück zum Hotel ging es dann über
Granadilla de
Abona. Dort pflanzten die Franziskanermönche im 17. Jahrhundert Orangengärten.
Die Überreste eines Orangengartens und das Klostergebäude, das nach einem Brand
im 18 Jahrhundert wieder aufgebaut wurde, sind noch zu sehen. Bei unserem Besuch
wurden gerade Vorbereitungen zu einer Faschingsveranstaltung getroffen.
5. Tag
Icod de los Vinos
Icod de los Vinos
war ein weiterer Höhepunkt unserer Reise.
Drago Milenario - Drachenbaum
Dort besuchten wir den Drago Milenario, den Tausendjährigen Drachenbaum. Das tatsächliche Alter ist jedoch unklar, mehr als 500 Jahre wird
er wohl nicht alt sein. Die Schätzung des Alters ist sehr schwer, da der Stamm
keine Jahresringe aufweist. Deshalb muss man die Verästelungen zählen, dies
findet jedoch nur in unregelmäßigen Zeitabständen statt. Folglich ist hier nur
eine Schätzung möglich. Der Drachenbaum spielte früher eine mythische
Rolle. Er galt als heiliger Baum, in dem gute Geister hausten. Da keiner weiß, wie lange dieser Drachenbaum noch
steht, wird bereits weiter oben ein zweiter Baum "gezüchtet". Der
Drachenbaum selber befindet sich in einer wunderschönen liebevoll gestalteten
Parkanlage, die schon alleine einen Besuch wert ist.
Schmetterlingspark
Ein unvergessliches Erlebnis war der Besuch im
Mariposario del Drago. Dies ist ein Schmetterlingspark in Icod de los Vinos, nur
wenige Meter vom Drachenbaum entfernt. Dort herrschte eine Temperatur von 25-29
Grad und 80% Luftfeuchtigkeit. Alle Schmetterlinge entstammen kontrollierten
Zuchtprogrammen in Gefangenschaft. Hier konnten wir Schmetterlinge in allen
Farben und Größen beobachten. Und dies so nah, wie wir es noch nie erleben
konnten. Die dort vorhandene Pflanzenwelt mit den bunten Blumen rundete das Bild
ab.
Garachio
Anschließend fuhren wir weiter zur alten Hafenstadt
Garachico. Trotz des verheerenden Vulkanausbruches
blieben viele Bürgerhäuser und einige Klöster erhalten. Direkt am Meer befindet
sich genau dort ein Parkplatz, wo vor 1706 im großen Naturhafenbecken der
Warenumschlag des Puerto Rico abgewickelt wurde. Nicht weit davon entfernt sieht
man zwischen den Ausläufern der Lava winzige Meerwasserschwimmbecken, die durch
Mäuerchen und durch eine Mole vor der Brandung geschützt sind. Daneben steht ein kleines Kastell, das in der Vergangenheit der Abwehr vor Feinden zur See
diente.
Los Gigantes
Die Rückfahrt an diesem Tag erfolgte über Puerto de Santiago. Dieser hat
aufgrund des teilweise recht hohen Wellenganges einen ummauerten Yachthafen. Von
dort aus kann man wunderbar die
Los Gigantes sehen.
Dies sind sehr steile Felswände, die bis auf eine Höhe von 500 m aus dem Meer
ragen. Von dort werden auch Ausflüge mit Schiffen angeboten, um Wale und
Delphine zu beobachten. Die Parkplatzsituation dort ist etwas
problematisch, so dass es sich empfiehlt Puerto de Santiago möglichst früh oder
spät zu besuchen.
6. Tag
El Sauzal
Am sechsten Tag stand das Städtchen
La Orotava auf dem Programm.
Auf der Fahrt dorthin machten wir einen Abstecher nach El Sauzal.
Von dort hat man eine unbeschreibliche Aussicht auf die Nordküste.
La Orotava
La Orotava liegt im fruchtbaren Orotava-Tal und
wurde in der Kolonialzeit gegründet. Besonders sehenswert sind dort die
zahlreichen alten Häuser mit den holzgeschnitzten Balkonen und den hübschen
Innenhöfen. Unbedingt sehenswert ist die Casas de los Balcones, die nach ihren
Balkonen benannt ist, die die ganze Länge des Hauses einnehmen.
In La Orotava gibt es auch ein Mühlenviertel. Dort
wurden die Mühlen früher noch mit Wasser und heute, falls noch in Betrieb, mit
Elektromotoren betrieben. Leider waren die Mühlen um diese Jahreszeit
geschlossen, so dass wir uns kein eigenes Bild hiervon machen konnten.
Marquerita de Piedra
Zurück fuhren wir über den Teide Nationalpark. Auf
der Fahrt dorthin hielten wir auf einem Parkplatz in der Nähe der Marguerita de Piedra. Dies ist eine
besonders große, grobkristalline Basaltrosette. Sie entstand, als ein
zylindrischer Lavastrom durch einen Lavatunnel floss und sich von allen Seiten
zum Zentrum hin abkühlte, so dass die Kristallbildung strahlenförmig verlief.
Wunderschön anzuschauen!
An diesem Tag führte uns die Reise zum
Leuchtturm
an der Punta de Teno. Der Leuchtturm ist über eine Straße von Buenavista aus nur bei gutem Wetter zu erreichen.
Bei schlechtem Wetter ist die Straße u.a.
wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Auf der Fahrt dorthin durchquert man zwei
Tunnels. Jeweils davor und danach hat man einen guten Ausblick auf die bizarr
geformte Steilküste.
Paisaje Lunar
Danach fuhren wir nach Vilaflor. Oberhalb des
Ortes geht ein Fahrweg ab. Dieser Weg ist sehr holprig, von vielen Querrinnen
durchzogen und sehr staubig. Die Fahrt dauert bei schonender Fahrweise ca. 30
Minuten. Von einem Parkplatz hat man dann einen Fußweg von ca. 50 Minuten vor
sich. Unbedingt erforderlich ist hier festes Schuhwerk. Nach dieser kleiner
Wanderung erreicht man die Felsen der Paisaje Lunar, die aus weichem Tuffgestein
bestehen.
8. Tag
Dieser Tag führte uns zuerst nach Poris de Abona.
Auch hier besichtigten wir einen Leuchtturm.
Weiter ging es dann nach El Medano. Hier befinden
sich die einzigen natürlich hellen Sandstrände Teneriffas. Dies ist die
Topadresse für Windsurfer. Dort finden auch internationale Windsurfwettbewerbe
statt. Aufgrund der Jahreszeit wirkte das Dorf sehr ausgestorben. Die meisten
Restaurants und Bars hatten zu.
9. Tag
Dies war der einzige Tag, an dem wir uns am Pool
unseres Hotels aufhielten. Aber schon nach 2 Stunden wurde es uns so langweilig,
dass wir uns wieder auf den Weg machten.
Schichtvulkan bei Los Organos
Ziel unseres Ausfluges war der
Schichtvulkan bei
Los Organos. Dazu fährt man vom El Teide in Richtung El Portillo. Dort geht es
rechts ab nach Osten Richtung Santa Cruz. Auf dem Höhenzug, der das Rückgrat
der Insel bildet, sieht man das Observatorio Astronomico del Teide und das
Observatorio Metereologico de Izana. Die Observatorien werden international
betrieben und sorgen immer wieder für Schlagzeilen, denn in der klaren Luft kann
man hier immer wieder neue Kometen, schwarze Löcher oder ähnliche
Himmelserscheinungen registrieren. Leider ist das Gelände für den normalen
Publikumsverkehr gesperrt.
Knappe 5 Kilometer weiter kommt man zu einer
S-Kurve. Dort zeigen die Seitenwände den Ausschnitt eines Schichtvulkans. Die
Farben zeigen von Weiß über Ocker bis Tiefschwarz. Ein toller Anblick!
Los Christianos
Unseren Cappuccino nahmen wir dann nochmals in Candelaria ein, bevor wir
weiter nach Los Christianos fuhren. Wenn man sich dort die
doch schon in die Jahre (mindestens 20 Jahre) gekommenen Hotels ansieht,
merkt man, dass hier der Tourismus auf Teneriffa begann. Es herrscht
dort genauso ein Trubel wie in Las Americas. Am Hafen befindet sich eine
Fußgängerpromenade, die ganz im Zeichen des Fremdeverkehrs steht. Alles ist
voller Restaurants und Straßencafes. Der geschützte Hafen dient außer den
Fischern vor allem dem Fährverkehr nach La Gomera. Außerdem finden von hier aus
Ausflugsfahrten nach Punta de Teno statt, auf denen Wale und Delphine beobachtet
werden können. Am Hafen direkt befindet sich ein Sandstrand, der ganz allmählich
ins Wasser geht und somit auch von Kindern gefahrlos genutzt werden kann.
Sonstiges
Zwischen Arona und Costa Adeje
Diesen schönen Anblick konnten wir abends auf unserer
Rückfahrt zwischen Arona und Costa Adeje geniessen.
Panoramabilder
Wir haben noch zwei schöne Panoramabilder gemacht. Das eine vom Hotel, das
andere bei Paisaje Lunar. Außerdem durften wir auf der Fahrt zwischen Arona und
Consta Adeje einen wunderschönen Sonnenuntergang bewundern.
Abreise
Am 08.02.2002 traten wir dann leider wieder die
Rückreise an. Auch der Rückflug beinhaltete, wie schon der Hinflug, einen
Zwischenstopp, dieses Mal in Basel-Mühlhausen.
Quelle: Dumont
Richtig Reisen: Teneriffa; ADAC Regionalführer über die Kanarischen Inseln, TUI
Teneriffa Infos, Tipps und Ausflüge